Quo vadis HEMA? Historischer Schwertkampf die moderne Kampfkunst!

Seit fast einem Dreiviertel Jahr bin ich nun schon dem historischen Schwertkampf verfallen. Währenddessen habe ich die Vereinspräsenz überarbeitet, ein neues Logo gestaltet, diverse lustige facebook-Aktionen angestoßen, um den Verein weiter zu bewerben und im Verlauf der letzten Wochen einen kleinen Trailer für den Verein zusammengestellt, auf den ich schon ein bisschen stolz bin.

Es ist das erste Mal, das ich echte Kameraufnahmen gemacht und dann zu einem Gesamtwerk kombiniert habe. Dabei geholfen hat ein iMovie-Template, das schon Themen, Musik und die Text-Plates vorgefertigt geliefert hat. Ich habe also reichlich Aufnahmen gemacht und dann aus diesen vielen Aufnahmeschnipseln, die richtigen an die richtige Stelle im iMovie-Template geschoben, einen passend dramatischen Texte für die Plates verfasst, Ende und Anfang durch meine eigenen Plates ersetzt und voila, fertig ist der HEMA-Trailer für die Hohentwieler Klingenkunst.

Die historische Fechtkunst ist keineswegs ein antiquiertes Geprügel mit Blankwaffen, sondern in den meisten Vereinen, besonders in der Hohentwieler Klingenkunst am Bodensee, ist es eine moderne Kampfkunst, die nach allen Regeln der Kunst unterrichtet wird. Wir trainieren nicht in alten Fetzen, sondern wie man im Trailer unschwer erkennen kann in moderner Trainingskleidung in einer Turnhalle. Nichtsdestotrotz sind alle Techniken detailliert auf historische Vorbilder zurückzuführen und von erfahrenen Fechtern im Laufe der letzten dreißig Jahre rekonstruiert worden. Eine verloren geglaubte, europäische Kampfkunst wurde so wieder zum Leben erweckt und lädt uns alle ein ihre Wurzeln und damit unsere Wurzeln neu zu entdecken und zu begründen.

Wo wir Europäer verzweifelt versuchen den Weg des Bushido zu gehen, passt vielleicht gerade die europäische Kampfkunst aus dem Herzen unserer Heimat viel besser zu uns und wir finden auch so einen besseren Zugang zu ihr; denn wie jede Kampfkunst bildet auch das Fechten nach europäischem Vorbild den Charakter und dieser Aspekt war schon im Mittelalter essentieller Teil der Ausbildung an der Waffe. Es gehörte zum Guten Ton für jeden Jüngling – damals waren es größtenteils Männer, heutzutage sind natürlich gerne Frauen bei uns willkommen – Disziplin, Körperbeherrschung und geistige Flexibilität an der Waffe zu erlernen. Was damals galt ist auch heute noch gültig. Man entdeckt nicht nur ein Sportgerät, sondern lernt auch sich und sein Gegenüber besser kennen, man entdeckt sich selbst.

Rollenspiel oder rollen Spiel?

Ein interessanter Artikel auf Mhaires Blog hat mich dazu bewogen auch mal meine Meinung zum Thema “Regeln im Rollenspiel” niederzuschreiben. Seit ich zarte elf Jahre zähle, spiele ich nun schon diverse Rollenspielsysteme und habe mir über die Jahre immer wieder auch über die Systeme als solches viel Gedanken gemacht. Gamedesign außerhalb von Optimierungsversuchen und Min-Maxerei und diverse Artikel später, habe ich für mich folgende Schlussfolgerungen gezogen:

Auch wenn es für mich beim Rollenspiel nicht nur ums Spiel mit der Rolle, sondern auch das rollende Spiel mit dem Würfel geht, so stehe ich eindeutig auf der regelarmen Seite des Ufers.

Heruntergebrochen auf das Gamedesign bzw. den Grund, ist die Ursache für die Einführung eines Würfels keineswegs eine Frage der Simulation, wie die DSA-Fanatiker meist hervorheben, oder eine möglichst “realistische” (ich kriege diese Anführungszeichen nicht weg, egal wie sehr ich auch im Kopf radiere) Darstellung der Welt; sie ist ein zufallsbasierter Sozialpuffer zwischen den Spielern und dem Meister. Diese vielseitigen Helferlein sorgen am Ende nur für einen Sündenbock, den Zufall.

Natürlich ruft der Meister oder die Situation an sich zu einer Probe auf – wodurch, wie dem aufmerksamen Spieler sicher schon aufgefallen ist, das ganze Simulieren sowieso flöten geht, da der Meister den Zeitpunkt bestimmt/beeinflusst – aber da der Meister die Situation vollständig konstruiert, kann er alles so einfach oder schwer machen wie er es will. Um Fairness geht es also per Definition schon mal nicht. Um Simulation auch nicht, da der Meister die Welt nicht erwürfelt bzw. simuliert.

Wenn man durch ehrliche Reflexion mal an diesem Punkt angekommen ist, wird es auch klar, wieso ein Regelwerk eben nicht versuchen muss die Welt bis aufs Atom herunter mit Wahrscheinlichkeiten und unwahrscheinlich komplizierten Würfelproben zu versehen. Das Regelwerk muss nur an entsprechenden Stellen so wenig Puffer wie möglich, aber so viel wie nötig zwischen die Spieler und den Meister stopfen. Ein Regelwerk, das diesem Ziel gerecht wird nennt man dann spielbar.

Auf der anderen Seite haben wir Systeme – ich schaue dich mit stierem Blick an DSA Regelwerk – die sich im Zahlen und Ausnahmenwirrwarr verlieren. Bei denen ein Abend selbst mit erfahrensten Regelkennern zur Nachschlagorgie und Regelfuchserei wird. Ein System, das schon statistisch die Spielfiguren zu hilflosen Trotteln degradiert, bei dem der Meister durch das einfache Verlangen einer Probe auch bei erfahrenen Helden ein Scheitern erschreckend wahrscheinlich provozieren kann.

Ich habe DSA weit über zehn Jahre leidenschaftlich gespielt. Die Regeln standen uns dabei immer maximal im Weg, sie haben jeden Spielabend aufs Neue für alle zur Tortur werden lassen. Wir kannten es nicht anders; wir fügten uns der allgegenwärtigen Gewalt der Bücher und Regeln, geführt von einem Regelextremisten wie er im Buche steht.

Dann kamen die anderen Systeme. Neugierig schaute man über den Tellerrand hinaus, man schnupperte, schnüffelte und bekam da diesen Duft in die Nase, dieses Aroma von Spielbarkeit, von Spielfluss; Regelwerke von Systemen wie Vampire, Shadowrun, Savage Worlds und vielen anderen stellten schon im eigentlichen Regelwerk die Regeln hintenan. Man musste sich tatsächlich erst durch seitenweise atmosphärische Texte lesen, bevor einen die ersten Zahlen belästigten. Ich habe seit dieser Zeit nicht mehr zurück gesehen.

Aventurien ist immer noch meine rollenspielerische Herkunft und die Sicht auf Fantasy, alle fantastischen Kreaturen ist durch keinen Welthintergrund mehr geprägt. Diese Prägung macht es mir auch jedesmal wieder schwer, wenn ich an die Abende zurück denke, die großartigen Abenteuer, die komplexe Welt – nicht die Regeln – die mich als Kind verzauberten. Aventurien ist ohne Frage die detaillierteste Spielwelt aller Zeiten und bietet so viele Ecken und Kanten, dass man sich nicht nur ein Leben lang darin vergraben, sondern auch spannend daran reiben kann. Jede Minute, die diese wundervolle Spielwelt von pseudokomplexen (denn komplex sind sie nur durch Ausnahmen, nicht durch strukturelle Komplexität) Regelwerken genötigt wird sind verlorene Minuten an wertvoller Spiel- und Lebenszeit.

Ich hoffe, auch wenn die Hoffnung nur noch gering ist, dass DSA 5 wenigstens einen Babyschritt in die richtige Richtung nimmt und das System endlich entschlackt, oder ich habe die Hoffnung auf weitere vergnügliche Stunden mit DSA, in der Welt von Aventurien verloren.

Shadowrun Returns – Cyberpunk und Fantasy

In letzter Zeit versuche ich wieder einen Weg ins Pen & Paper Rollenspiel zu finden. Leider gibt es nur wenige Spieler in der Gegend, mit denen ich gerne spielen würde. Ich werde langsam einfach alt und stelle es mir komisch vor mit jungen Studenten zu spielen. Vor allem hätten die wohl mehr Zeit als ich. Aus diesem Grund widme ich mich erneut der Let’s Playerei nach einer sechs-monatigen Pause.

Wie schon vor sechs Monaten geplant wollte ich gerne das Rollenspiel Shadowrun Returns spielen, da es wirklich toll geschrieben ist, Shadowrun eine wirklich spannende Welt bietet und ich auf Old-School Rollenspiele stehe. Leider verzögerte sich die Übersetzung ins Deutsche um mehrere Monate. Inzwischen hat praktisch jeder Let’s Player schon zugeschlagen, das Spiel gespielt und die Zuschauer haben kein Interesse mehr. Trotzdem wollte ich warten, bis die deutsche Übersetzung vorhanden ist, da ich mir die Zeit nehmen wollte und das ganze Spiel vorspielen wollte mit Sprachausgabe.

Normale Let’s Plays stellen schon eine Herausforderung dar, aber on-the-fly Charaktere erdenken und ihnen eine möglichst konsistente Stimme zu verleihen war eine echte Herausforderung. So habe ich das Spiel in zwei langen Sitzungen am Wochenende durchgespielt und aufgenommen. Das Ergebnis, den Anfang der gesamten Reihe könnt ihr hier begutachten:

Let’s Play! Eine neue Aufgabe!

Lasst uns spielen! Eine Aufforderung aber auch eine Bitte. Lasst uns bitte spielen. Hindert uns nicht daran. Wir spielen und wollen es auch weiter tun. Gemeinsam.

In den letzten Jahren hat sich die Let’s Play Gemeinde stark vergrößert, getrieben zum einen von der Aufmerksamkeit, der Öffentlichkeit des Ganzen und zum anderen von der scheinbaren Goldgrube für Youtube-Partner. Wie auch beim Microstock-Hype, hält sich der wahre finanzielle Nutzen in deutlich ausgezeichneten Grenzen, die weit von dem entfernt sind, was sich glänzende, geldgierige Augen versprechen. Was also motiviert so viele Youtuber Tag ein, Tag aus ihre Videos hochzuladen, Zeit und Geld zu investieren und sich in der Community zu beteiligen?

Seit einem Monat bin ich dabei. Seit einem Monat versuche ich mein bestes und veröffentliche regelmäßig Let’s Plays auf Youtube. Und seit einem Monat weiß ich warum es so viele von uns gibt. Es macht einfach Spaß. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr Spaß, als die Spiele einfach nur so zu spielen. Erinnerungen an Szenen in den Spielen bleiben länger im Gedächtnis und bei manchen Spielen lacht man hinterher zusammen mit seinen Zusehern in den Kommentaren über aberwitzige Situationen. Zuschauer schreiben einem PMs mit Verbesserungsvorschlägen, Lob, Anregungen und Anfragen zur Zusammenarbeit. Die Feedback-Loop Rückmeldeschleife motiviert einen weiterzumachen, weiterzuspielen und sich und seine Videos weiter zu verbessern. Bei kaum einem Spiel geht das so gut wie bei Minecraft.

Zwar gibt es Let’s Plays zu jeder Art von Spiel, jedoch eignen sich gerade Freiformspiele zu dieser Form des kreativen Ausdrucks. Dort kann man nicht nur im Spiel selbst die eigene, verwirrte Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, sondern ist auch im Kommentar und in der Gestaltung der Folgen frei genug, um das immer wieder gleiche Spiel so unterschiedlich zu gestalten, wie die Persönlichkeiten der Menschen dahinter. Zwar wird in diesem Fall ein Gruft-Let’sPlay von Minecraft mit einem ewig jammernden, schwarz geschminkten Gesellen weniger Erfolg haben, da die meisten LP-Zuschauer doch vor allem unterhalten werden wollen, aber der Freiraum zur Gestaltung ist doch enorm. Aus diesem Grund habe auch ich mich Minecraft gewidmet und folge damit nicht nur einem “Trend”, sondern vor allem den eigenen Vorlieben. Ich spiele Minecraft schon seit der frühen Pre-Alpha und bin seit über zwei Jahren auch großer Fan von unterschiedlichsten Minecraft LPs auf Youtube. (Gronkh, Vareide, AntVenom, usw.)

“Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich irgendwo ein Fenster”

Was macht man, wenn man gar nicht weiß, welches Fenster sich öffnen soll; wenn es zu viele Fenster gibt und hinter keinem versteckt sich die Aufgabe, nach der man gesucht hat? Im Verlauf der letzten Jahre hat sich mein Job zu meiner Berufung entwickelt und alles andere in meinem Leben verdrängt. Selbst das Computerspielen trat in den Hintergrund. Nachdem mir nach fast fünf Jahren bei Funcom und der überraschenden Entlassung (wirtschaftliche Gründe), irgendwie die Aufgabe genommen wurde, und mein persönliches Glück nicht nur durch die Arbeitslosigkeit einen großen Knick gemacht hat, bin ich jetzt wieder auf eine andere Weise Teil der Spielergemeinde (und Arbeitergemeinde, dank Anstellung seit dem 1. Februar). Nur diesmal auf Seiten der Teilnehmer. Da Teilnehmer von Teilen kommt, werde ich meinen Wirrkopf und tolle Spiele mit euch teilen.

If Apple copied the Swiss railway clock design, they didn’t do it well

Since these news have been filling the Swiss newspapers, I thought I’d take a look at the topic in a little more detail. SFR claims, that Apple stole their iconic design of the simple, rudimentary Swiss railway clock designed in the 1940′s. I’d say if they did, they didn’t do it well.

The similarities

  • White background
  • Black numbering
  • Red second hand, with a dot at the tip

The differences

  • Length of hands
  • Width of hands
  • Thickness of minute strokes
  • Length of minute strokes
  • Shape of hands
  • Difference in hands thickness

Why do I say they didn’t copy it well? The differences that they didn’t copy are what make the Swiss clock so well designed for its purpose. The hands are subtly shaped to point in the pointing direction, while the Apple version are perfectly straight, not guiding the eye. The hour hand is thicker, so the eye immediately finds it. The minute strokes are thick, so they can be read from afar and the hands are longer and reach farther into the minute markings, so there is never any doubt what stroke they are pointing too.

All in all Apple didn’t copy all those qualities of the original, they just used a generic basic clock design, that’s been around for ages and put it on the phone app. They didn’t apply even remotely the same attention to detail the original designer did. If they stole the design, they should get a better eye doctor, because they kind of missed all the important usability points of the original design.

Ciao Italia! Ciao Milano!

Ich war noch niemals in Italien. Diese Aussage alleine dürfte in Deutschland schon für Verwirrung sorgen, da wir geschichtlich geradezu verbandelt sind mit dem stiefelförmigen Land am Mittelmeer. Italiener haben Deutschland nach dem Krieg geformt, unsere Speisekarte als eine der ersten fremdkulinarisch ausgebaut, unsere Frauen geschwängert und insgesamt für ein bisschen mehr Farbe in Nachkriegsdeutschland gesorgt. Zum Dank sind wir dann zahlreich, gesponsert durch den Wirtschaftsboom und die fetten Jahre, nach Italien gepilgert und haben Italiens Tourismusindustrie auf den Plan gerufen.

Die erweiterte Tatsache, dass ich direkt an der Schweizer Grenze, kurz vor den Alpen und damit in Spuckreichweite vom Comer-See wohne, macht das ganze noch merkwürdiger. Da ich jetzt aber schon über vierzehn Jahre mit einer Italienerin zusammen bin, ist es geradezu frevelhaft, dass ich mich noch nie im Land süßen Weines und der lautstarken Handsprache habe blicken lassen.

Diese Woche war es dann so weit. Meine Freundin und ich hatten den Entschluss gefasst, uns mit dem Auto durch die Alpen zu wälzen und in Mailand für zwei Tage ein bisschen Italien zu schnuppern. Dass wir Italien nicht nur geschnuppert, sondern auch gegessen haben und ich 1,6kg in Form von Hüftgold mit nach Hause gebracht habe, tut hierbei nichts zur Sache.

Die Autoreise war wundervoll. Als Flachlandbewohner ist man sonst nie so von den majestätischen Bergen, den weißen Spitzen und den schwungvoll fließenden Serpentinen, die einen den Berg hinauf und hinab geleiten, eingekesselt.

Auf dem Hinweg entschied sich unser Navi uns von der Autobahn herab zu leiten (blindes Vertrauen in Technik jaja…) und führte uns über eine alte Serpentinenstraße durch ein kleines schweiz-italienisches Bergdorf, das meine Freundin frohlocken ließ, da sie sich sofort an ihre Heimat in Süditalien erinnert fühlte (d.h. kaputte Häuser und Straßen – mehr Schlaglochpfad als Teerfläche, vergilbte Schilder, abgeblätterter Lack, verbeulte Autos. Heimat ist für jeden eben was anderes). Ich fand die Serpentinen prima. Mein Auto auch. Meine Freundin nicht.

Als wir dann über die Grenze kamen, der erste Kulturschock. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in Italien anders gelesen, als geschrieben. Es scheint eine Art von internen Faktor zu geben, mit dem Italiener ihre Verkehrsschilder lesen. Wenn da etwa steht 60, dann fahren alle 120. Wenn da 80 steht, dann ist 140+ angesagt. Gibt es keine Beschränkung, dann ist die gesetzliche Beschränkung auf 130 mit der Einladung zur beliebigen Geschwindigkeitsüberschreitung zu deuten. Da ich mir nicht sicher war, wie sich dieser interne Faktor berechnet, ich aber nicht als deutscher Schleichonkel auffallen wollte, habe ich mich einfach an den schnellsten Italiener rangehängt und bin über die unfassbar schlecht gebauten Autobahnen geflogen. Ein Teufelsritt mit Adrenalingarantie. In Mailand selbst lernte ich ein weiteres Kommunikationsmittel der Italiener. Nicht nur Hände, sondern auch Hupen sind als Universalkommunikationsmittel zu gebrauchen. Wenn man also abbiegt, hupt man. Wenn man das nicht macht, dann macht es sicher irgend ein anderer, der unzufrieden ist über den Abbiegevorgang, das Wetter oder das Mittagessen daheim. Wenn man über eine rote Ampel fährt, weil man es grad eilig hat und nicht warten will, hupt man einfach. Wenn man mit der Gesamtsituation unzufrieden ist, die Ampel zu rot ist, die Frauen zu dick, der Vordermann zu langsam… einfach hupen.

Nicht nur der Verkehr, sondern auch der Schlafplatz des heiligen Gefährts ist Grund zur Sorge. Obwohl es ein gut ausgebautes S-Bahn Netz gibt, möchte anscheinend trotzdem jeder Mailänder sein eigenes Auto haben. Die Stadt war also vollgestellt mit Autos. Jeder Fleck, der nicht offensichtlich als Privatgelände tituliert war, wurde zum Parkplatz definiert. Die Gehsteige wurden zweireihig zugestellt und die spärlichen Grünflächen zwischen den Bäumen (Mailand ist ziemlich grün für eine Stadt) unter der Autolast erdrückt. Kurzum: Es war kein Platz für uns und unseren Golf. Aber halt, da ist ja ein Parkhaus. Denkste. Hier ist ein Parkhaus ein Privatparkplatz, der von Mitarbeitern beparkt wird. Ich musste also meinen Autoschlüssel abgeben, bekam eine Quittung und ein kleiner Asiate machte sich sogleich daran mein Auto irgendwo zwischen die anderen, durchweg teuren, Karossen zu parkieren parken. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch rollten wir unsere Koffer zum nahegelegenen Hotel.

Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns auf in die Stadt und atmeten die Atmosphäre Mailands. Eine wundervolle Stadt, vollgefüllt mit Flair, schönen Gebäuden, protzigen Parks, Geschichte, Mode, Menschen und nervigen Afrikanern, die einem irgend einen Mist andrehen wollen, bis man schnell lernt Augenkontakt zu vermeiden und mit einem bestimmenden “No!” ihren Verkaufsschwall im Keim zu ersticken.

Mitten in der Stadt steht das Castello Sforzesco. Eine beeindruckende Festung/Schlossanlage, deren größter Charme eine Katzenmannschaft im Burggraben darstellt, die uns beide in Verzückung stürzte. Ein Glück für die niedlichen Biester, dass der Graben tief genug war, sonst wären sie dem Knuddeleifer von Geraldine hilflos ausgeliefert gewesen.


Wir verbrachten dann den Tag damit, unser Geld in den verschiedenen Läden Mailands liegen zu lassen, uns den Bauch mit italienischem Essen vollzustopfen – ein toller Stand namens il Siciliano freute uns besonders, da er Arancini und allerlei süditalienische Köstlichkeiten zu fairen Preisen anbot – und die Atmosphäre der Stadt zu genießen. Als Muttersprachlerin konnte Geraldine das Reden übernehmen, was zugegebenermaßen ungewohnt war, da ich sonst die Schnatterschnute von uns beiden bin, und so alle Geschäfte für uns erledigen. Einige der Verkäufer/Bedienungen waren sofort entspannter und freundlicher, als sie merkten, dass Geraldine eine “von ihnen” war.

Woran bemerkt man einen anderen deutschen Urlauber in Mailand? Nicht etwa nur daran, dass er deutsch spricht, nein, er motzt. Jedes deutsche Gespräch, das wir mitbekamen war irgend eine Beschwerde, Kritik oder negativ gefärbtes Kommentar. Aber auch andere Kulturklischees wurden von den anwesenden Touristen befriedigt. Wir saßen in der Fußgängerzone unter einer Straßenlaterne auf einer Parkbank, als eine ältere Frau mit einem kleinen Salatteller sich hinter uns setzte. Sie kam gerade aus einem der vielen Restaurants. Auf meinen fragenden Blick monierte sie “we are not allowed to eat outside”. Ihr Akzent verriet ihre französische Herkunft. Aufgrund der Tatsache, dass natürlich jeder draußen sitzen will, zahlt man einen Aufpreis von 2€ für die Straßenplätze. Sie hatte sich ihren Salat drinnen gekauft und wollte sich dann draußen hinsetzen. Der Kellner verwies sie des Platzes, denn auch die Karten für drinnen und draußen hatten andere Produkte und Preise. Ganz typisch Französin protestierte sie, indem sie sich demonstrativ auf die Parkbank setzte und so eben doch draußen essen konnte. Großartig wie sich die kulturellen Unterschiede in uns allen manifestieren :D.

Es waren zwei tolle Tage in Mailand. Die Menschen sind sehr warmherzig, freundlich und direkt, ohne aufdringlich zu sein, wie so manche(r) Verkäufer in Deutschland und die Klamotten, Schuhe und Produkte sind von toller Qualität und einer Vielfalt, die man hier in Deutschland vergeblich sucht.

Als wir uns am nächsten Tag gegen 16 Uhr auf den Heimweg machten, hielten wir noch schnell an einem Lidl(!) und machten das Auto bis oben hin voll mit italienischen Produkten, die man in Deutschland nicht so einfach bekommen kann (Fonzies!) und fuhren dann glücklich, dicker und ein bisschen ärmer zurück nach Hause. Italien, wir sehen uns bald wieder, so viel steht fest.

Tanz der Kulturen – Tag 2 & 3

Die letzten beiden Tage vergingen wie im Flug. Wobei, vielleicht ist Fliegen einfach keine gute Metapher was mich angeht, denn die 1:20 h Flug kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Also gleich nochmal: die letzten beiden Tage waren schnell gegessen. Ja, das klappt besser. Schnell fressen essen kann ich.

Wir hatten Presse Hands-On Vorführungen, die folgendermaßen abliefen:

  • Zwei Pressevertreter pro Funcom-Mitarbeiter (3 davon vorhanden)
  • 30 Minuten Hands-On einer exklusiven Missionsreihe (eine Gruppe nach der anderen)
  • Am Mittag hatten wir 30 Minuten Pause.

In den zwei Tagen hab ich mir also nicht nur den Mund fusslig geredet, sondern auch die volle journalistisch-kulturelle Breitseite abbekommen. Ich bin zwar auch schon über vier Jahre bei Funcom, aber eine solche Vielfalt hatte ich noch nie in so kurzer Zeit an der Backe. Folgende Dinge sind mir dabei aufgefallen und diese Beobachtungen erheben keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind nur die Wiedergabe persönlicher Erlebnisse:

  • Deutsche Journalisten: außergewöhnliche viele Nachfragen auch während der eigentlich sehr straffen Präsentation. Alle Anwesenden haben sich Notizen vom Erlebten und Erzählten gemacht. Obwohl nicht alle MMO-Spieler waren, haben sie die Spielmechaniken sehr schnell begriffen und gut umgesetzt.
  • Russische Journalisten: großes Interesse an den Spielsystemen. Sehr schnell taktische Verwendung von Fähigkeiten zu beobachten. Ansonsten still und fokussiert.
  • Französische Journalisten: Höflich. Still. Nachfragen zum Storyverlauf und dem Sinn hinter der Mission. Wenig MMO-Spieler dabei. Schwierigkeiten bei Encountern.
  • Spanische Journalisten: Diskutierten wie wild mit ihren Kollegen während der Präsentation, hörten mir eigentlich fast nicht zu, waren aber offensichtlich sehr involviert.
  • Japanische Journalisten: akribische Notizen (eine Frau), Bildschirm wurde abfotografiert und es war die größte Begeisterung zu spüren mitsamt Jubel beim Erlegen der Feinde.
  • Britische Journalisten: Kumpelhaft. Betont locker.

Als sinnlos detailverliebter Spinner fand ich diese Unterschiede sehr spannend und habe sie mir notiert, damit ich sie hier zum besten geben kann. Am spannendsten war die Präsentation für die japanischen Journalisten, die einen Dolmetscher dabei hatten. Der sprach nur Englisch, also musste ich einen fast 20-minütigen Redeschwall auf nur eine Hand voll wohlformulierte Sätze zusammendampfen. Als krankhafter Dampfplauderer und Weitausholer viel mir das schwer und es war mit Sicherheit die anstrengendste Präsentation von allen, nach der mir der Schweiß auf der Stirn stand, da ich fast so gewählt sprechen musste, als würde ich einen knapp formulierten Marketingtext schreiben.

Die Veröffentlichung des Secret War, der sich zum Zeitpunkt an dem ich diesen Blogpost schreibe – Donnerstag 0:08 Hotelzimmer – gerade in Wartung befindet, war großartig. Es war irre spannend für uns alle während der kurzen Mittagspause nachzuschauen, wie sich die Verteilung auf der Welt entwickelt hatte, wie unglaubliche viele Spieler aktiv daran teilnahmen und zur gleichen Zeit spielten. Ich hoffe, wir können die Facebook-Auflagen schnell erfüllen und die Spieler wieder in den Machtkampf schicken.

Am Ende des ersten Pressetages hatten wir dann zur Feier ein absolut herrliches Steak in einem tollen Steakhaus in London, das ich so schnell nicht vergessen werde. Dafür alleine haben sich der Flug und all die Strapazen gelohnt. Manchmal isst man und es schmeckt nicht nur, sondern es macht einen von innen glücklich.

Heute Abend dann aber war die Krönung. Erling ist ein großer Musical-Fan und hatte direkt nachdem wir den Tag abgeschlossen hatten und die Presseleute davon gewackelt sind, den tollen Einfall in Sweeney Todd zu gehen, das gerade hier in London spielt. Noch jetzt tanzen mir die Melodien im Kopf und ich summe einige davon vor mich hin, während ich diesen Text verfasse. Eine großartige Vorstellung. Tolle, überzeugende Darsteller und eine schaurig-bösartige Geschichte mit tollen Charakteren und einer überzeugenden “Moral-von-der-Geschicht”.

Ein Wort noch zu den Taxis in London. London is a hobbit town. Auch die Taxis sind wirklich für kleine, schmale Menschen gebaut. Zu dritt nebeneinander ist das ein Quetschfest und mit zwei mittelgewichtigten Norwegern fühlte ich mich wie eine Presswurst in der Pelle.

Morgen früh geht es für mich zurück nach Hause, ein weiterer Flug steht mir bevor, bis ich endlich wieder meine Freundin in die Arme schließen kann. So triefend schleimig wie das Ganze für manche klingen mag, aber auch nach vierzehn Jahren ist eine Woche ohne sie für mich fürchterlich. Mit diesen Gedanken schließe ich den Post ab und die Äuglein zu. Gute Nacht London. Gute Nacht John-Boy.

Tube-Town ich komme – Tag Eins

Eine kurze Zugfahrt zum Flughafen Zürich und schon war ich in den Lüften in die Hauptstadt der Teetrinker. Der Himmel hatte mir eine Herde Schäfchen in die Wolken gemalt und über den Feldern von Frankreich wagte ich zitternd einen Blick aus dem Fenster – ich habe Flugangst. Der Anblick war dann aber so schön, dass ich mir etwas entspannter ein Buch zur Lektüre nahm – The Elements of Typographic Style – und mich über den Wolken grenzenlos frei wissentlich bereicherte.

Der Anflug auf London Heathrow war etwas holprig und mein Magen tanzte zur Belustigung seiner Mit-Organe Samba. Schwitzend, aber lebendig gelandet, begrüßte mich gleich ein gut bekannter Schweizer. Nicht etwa Tarib, sondern die Flughafen-Schrift schlechthin, Frutiger; die vom eben gleich-genannten Schweizer Adrian Frutiger gestaltet wurde und über die Jahrzehnte den Weg in viele Flughäfen der Welt gefunden hat. Vielleicht fragt sich jetzt mancher, wieso mir das auffiel; deshalb verweise ich erneut auf meine Lektüre während des Fluges. Seit etwa einem Jahr vertiefe ich mich nun schon in die Typographie und habe große Freude daran Schriftarten in der Öffentlichkeit zu bestimmen/erkennen und mein Wissen zu erweitern. An dieser Stelle sei den Gestaltern des ansonsten netten London-Heathrow Airport aber ein typografischer Tadel gegolten. Manche Schilder waren unverständlicherweise in einer blockigen Serif-Schriftart gesetzt, die so gar keinen Platz im Schilderwald, oder der Informationshierarchie fand und hier und da stolperte man über die alt-bekannte Helvetica. Schade eigentlich, denn das Leitsystem konnte mich ansonsten ganz gut durch den Flughafen geleiten.

Dann stapfte ich zu einem Informationsterminal, wo ich einen freundlichen Herren darüber befragte, wie ich denn am schnellsten zu meinem Hotel finden könne. Das war ein Infostand für Heathrow connect, einem Zugsystem, dass den ambitionierten Businessreisenden und Touristen schnell ins Stadtzentrum bringen sollte. Ich erklärte ihm, dass ich etwa zur Underground-Haltestelle Knightsbridge, unterhalb des Hyde Parks, gelangen wollte. Daraufhin schaute er mich etwas verwirrt an und meinte “you’d be better off takin’ the tube, man”. Dafür erntete er von mir als London-Neuling nur einen unverständlichen Blick. Er nahm dann Haltung an und formulierte für mich in feinstem Oxford-English – er nahm wohl an, dass ich ihn nicht verstanden hatte – “the train only drives till Paddington station. You should rather take the tube on Piccadilly line”. Da fiel bei mir endlich der Groschen und ich war um eine Erfahrung reicher. Die “Tube” ist der umgangssprachliche Begriff für die U-Bahn Londons.

Also ab in das unterirdische Verkehrsmittel. Als Nicht-Städter war das meine erste Fahrt in einer U-Bahn, da ich bisher nur oberirdische Züge kannte. Die Sitze waren extrem niedrig, so wie auch die Decke, die höchstens 1,95 hoch war, zu den Seiten rund abfiel und so kam ich mir vor, als säße ich in einer Hobbit-Bahn; noch dazu in einer etwas älteren, da die Reise zur Knightsbridge Station so holprig von Statten ging, als wäre ich direkt in die Anfänge der Eisenbahn katapultiert worden. Sogar das charakteristische ratatatata der alten Eisenbahnwägen, wenn sie über die, heutzutage mit Gummistücken gelätteten, Zwischenräume der Schienen fuhren, ist hier erhalten geblieben. Steampunk-Town.

Angekommen im Hotel blieb mir erstmal die Spucke weg. Es lohnt sich ein Illuminaten-Informant zu sein. Mein Hotel-Zimmer ist größer als meine halbe Wohnung. Eine bequeme Couch lädt zum Verweilen ein und ein Lederstuhl am, mit einer Glasplatte bedeckten, Tisch, zum stilistisch einwandfreien Arbeiten.

Neben dem Hotel ist der Hyde-Park und ich bin für eine viertel Stunde darin herumspaziert, habe mir die furchtlosen Eichhörnchen angeschaut, die bis auf einen Meter herankommen und einfach nur so verteufelt süß dabei sind, dass ich mir am liebsten eines eingepackt hätte. Ganz spannend fand ich aber dann, dass direkt an einer Barclay’s Fahrrad Mietstation eine junge Frau, unter dem wachsamen Auge ihres Vaters, Fahrrad fahren lernte. Als Landei ist dieses Bild befremdlich, da ich mir kaum vorstellen konnte, dass eine fast erwachsene Frau kein Fahrrad fahren kann. Menschen in einer großen Stadt leben eben nach ganz anderen Gesichtspunkten. Immer wieder spannend.

Jetzt werde ich mich wohl erstmal mit Nahrung erfüllen, um dann morgen mit vollem Elan die Vorbereitungen für das Presse-Event am Mittwoch und Donnerstag zu treffen.

Die Universum-Verschwörung

Im Bus zum Flughafen – eine Reise nach London steht an – bin ich auf einen außerordentlich verärgerten Busfahren getroffen und habe mir sogleich das erste verfügbare Fettnäpfchen geschnappt, um dem Herren den Tag zu versüßen, oder so zumindest verhielt er sich.

Ich betrat wie immer den Bus, nannte mein Reiseziel und wartete auf eine Antwort… diese blieb aber aus, also bückte ich mich leicht, um die Preisanzeige betrachten zu können, zückte die benötigten Münzen und legte sie auf den Kassiertisch vor dem Fahrer. Da dieser für etwa 10 Sekunden nicht reagierte, fummelte ich das Geld selbst in die Löcher, woraufhin er erbost anfing irgendwas zu brummeln und dann in eine Hasstirade verfiel und mich beschimpfte, wie blöd ich denn sei und was mir einfiel. Ich entschuldigte mich und versicherte ihm, dass ich EUR hineingeworfen hatte und er sich selbst überzeugen könne, indem er von oben in das Einwurfloch hineinschaute; das genügte dem Herren aber nicht, er wollte sich gar nicht überzeugen und wetterte weiter, wer so etwas denn machen würde und überhaupt. Ich entschuldigte mich abermals und versicherte ihm erneut, dass ich ihn nicht betrügen wolle, ich keine türkischen Lira bei mir tragen würde und setzte mich an einen Sitz und dachte über die Situation und den Generalverdacht nach, unter den mich der Busfahrer gestellt hatte.

Die Busfahrt schritt fuhr fort. Etwa zehn Minuten Fahrt später hielt der Bus für eine Weile an einer Haltestelle, da er wohl Zeit aufgeholt hatte und da es draußen regnete, hielt der Fahrer die Türen geschlossen.

Und da geschah es wieder, das Universum hatte sich sicherlich gegen den armen Mann verschworen. Ein Duo von Frauen ging zur Fahrertüre und wollte offensichtlich einsteigen, der Steuermann hielt es aber nicht für nötig die Türen zu öffnen, weswegen die beiden begannen nach einem Türöffner zu suchen. Entschlossen betätigte eine der Frauen den Notöffner und setzte gekonnt mit einer Handdrehung die Hydrauliktür außer Kraft. Es war wieder Zeit für eine neue Tirade und so sprang der Fahrer auf, drückte die Türen auf (die ja jetzt nicht mehr funktionierten) und brüllte die zwei verwirrt-dreinblickenden Frauen an, ob sie noch ganz dicht seien, wie man sowas denn machen könne und ob das Universum sich gegen ihn verschworen habe (ok der letzte Teil war erfunden, aber ich bin mir sicher, genau das ging in seinem Kopf vor). Die beiden Frauen verstanden kein Wort, denn sie waren des Deutschen nicht mächtig und konnten so auch die Warnbeschreibungen am Notfallschalter nicht lesen. Das interessierte freilich unseren Fahrer wenig, der wetterte weiter, während er versuchte seine Bustüre wieder zu reparieren.

An der Stelle hörte ich die umstehen Fahrgäste tuscheln. Sie alle waren der Meinung des Busfahrers. Wie könne man nur. Was den beiden denn einfallen würde und ich dachte mir… “sind die beiden Frauen heute Morgen aufgestanden und haben sich gedacht, dass sie heute einem Busfahrer so richtig den Tag versauen wollen. Haben sie durch die Glastüren gelinst, das grummelige Gesicht gesehen und ihr Opfer ausgewählt? Gibt es einen logischen Grund anzunehmen, dass all dies nur geschah, um den Busfahrer zu ärgern und die beiden älteren Frauen die Bustür mit Absicht außer Kraft gesetzt haben?” Wenn man die Fragen so stellt, ist die Antwort sicher jedem klar. Trotzdem waren fast alle Fahrgäste um mich herum sofort der Meinung, es war absolut richtig, die zwei Frauen zusammenzufalten und sich aufzuführen, wie eine männliche Furie.

An der Stelle habe ich dann kurz über meine Reaktion in solchen Situationen nachgedacht. Wie häufig regen wir uns über unsere Mitmenschen auf, weil wir ohne nachzudenken annehmen, alles was sie tun, sei nur dazu da uns den Tag zu versauen? Wie häufig unterstellen wir anderen immer das schlimmste? Wie viel Streit und Unbill entsteht selbst in langjährigen Partnerschaften nur, weil man annimmt, die Handlungen anderer stünden in einer direkten Beziehung zur eigenen Person?

An dieser Stelle werden sicher einige sagen, dass man ja so nicht denken kann. Trotzdem handeln aber die meisten Menschen danach, da wir uns selbst unterbewusst in solchen Situationen die Welt immer durch das ich-zentrierte Weltmodell erklären. Egal wie erwachsen wir auch sein mögen, das kleine Kind steckt im Kern und um diesen Kern dreht sich das Universum. Erst wenn wir uns kurz eine Sekunde Zeit nehmen, uns die Situation bewusst machen, sind die meisten von uns zu einer differenzierten Betrachtungsweise fähig.

Ich kann auch nicht ehrlich behaupten, dass ich den Frauen gegenüber so gnädig gedacht hätte, wenn ich nicht direkt davor Opfer eines ähnlichen Missverständnisses geworden wäre. Aus diesem Grund werde ich jetzt, solange ich mich an die Sache erinnere, was auch der Hauptgrund für diesen Text ist, versuchen, etwas bewusster auf die Lauer legen und auch mich selbst und meine Reaktionen auf solche oder ähnliche Situationen betrachen.

John Carter of Failure?

Public media loves nothing more, than spreading the word of bad news. Since no one wants to be late for the party, they start spreading the bad news as early as possible. Even more so, they start to fabricate their own bad news, by spilling the beans, using the viral nature of negativity and generating a self-fulfilling prophecy. They have forgotten their responsibility towards the people, towards the human lives they touch with their work. You may ask, “why start a blog-post about a movie called John Carter, by talking about such a hefty topic?” The proof reason is in the pudding.

John Carter is a character from a novel called A Princess of Mars. Many, if not most of you  reading this, have never heard of him, but you’ve seen his legacy in one way or the other; be it through the vistas of Tattoine, the technological mystery, the mythical aspects of the strongest media license in history: Star Wars, or you’ve seen the six-legged creatures in Avatar, met the reluctant hero stereotype in countless books and movies. All these were inspired by the creative creation of Edgar Rice Burroughs, who wrote his stories at the beginning of the last century. Many of the examples I just listed, are verified by their creators, they list Burroughs as their source of inspiration. It’s not a secret hidden agenda of a fanboi speaking.

Along comes the cynical media. The beast that always stirs. Sniffing for a carcass to rip, or if the need be, the potential helpless prey, that can be turned into such a dead piece of meat. After the first shots of the green men of Mars, the vistas of the red planet had been released, the wheels of bullshit were in full motion.

  • That looks like Avatar, just with green aliens
  • We already have one Star Wars, we don’t need another
  • We cry foul at this poor mans imitation of Avatar

I cry foul at the ignorance on display. I cry foul at the short-sighted, intolerant, destructive behavior of the beast media. They couldn’t wait; couldn’t offer a chance. They had to attack like a group of hyenas, a lonely wandering lion. A strong, proud lion. How could they attempt to bring down the creative creation of a hundred years worth of history? How could they destroy the work of so many talented individuals involved in this production? A production they hadn’t even seen. The lion was doomed from the start.

After the hyenas had charged and taken a couple of bites, more and more of the foul beasts came along, everyone with a mouth full of acid to spit over the poor thing, that was down on the ground, before it had ever taken a step on the savanna. An unable marketing campaign ruined the chance for the public to attach to the project, despite the doom and gloom saying of the ignorant media. The prophecy was fulfilling itself.

But the beasts weren’t satisfied. After bringing down any hope for a big opening weekend, they lay waiting. The lion got back up and the start of the movie was upon the world. They already knew what was going to happen. After they had done their utmost best to kill the project, the lion still opened with a 30 Million weekend in the US (it’s nothing brilliant, but it is far from a total disaster). That couldn’t be! They wanted it to be the biggest failure in movie history, or else their bullshit would not be true, so the hyena horde attacked again. It struck and bit; it pissed and spat. The beast had to die a horrible death, the defeat had to be perfect, or else… Cynical media.

Though I couldn’t help but to remind myself who drives the media. The media is a reflection of ourselves. A reflection of the culture we’ve created. Cynical media? Or cynical you? Think about what you consume; what you reward with attention. They only write, about what you want to read.

… oh and: go watch John Carter! Don’t believe the cynical media, the negative hype. Make up your own mind. It won’t change your life, but you’ll have a bloody good time, guaranteed!