NaNoWriMo Buch – Erstes Kapitel – Teil 1

Erklärung

NaNoWriMo ist eine Schreibaktion, bei der man versucht innerhalb eines Monats (November in diesem Fall) einen Roman/Buch mit mindestens 50.000 Worte zu schreiben. Dazu muss man regelmäßig und mit viel Energie bei der Sache sein und darf auf keinen Fall den Schreibfluss unterbrechen. Editiert wird nach dem WriMo, sonst ist es unmöglich diese Schreibleistung hinzubekommen. Falls ihr euch also dazu überreden könnt, meinem Leidensweg durch den WriMo zu folgen, dann seid nicht überrascht, wenn Kommas fehlen, ganze Worte in Sätzen (im Gedankenfluss denkt man manchmal Dinge, schreibt sie aber nicht) und insgesamt der Text vielleicht einiges an Überarbeitung gebrauchen könnte. Es ist eine Schreibübung, ein Ziel, eine Herausforderung und hoffentlich auch für alle Beteiligten – sowohl Mitleser, als auch Schreiber – ein bisschen Spaß.

Hinweis zum Buch

Die Geschichte spielt in der Welt des hyborischen Zeitalters, zu einer Zeit, als Conan der Cimmerier den Tron von Aquilonien schon bestiegen hat. Es ist also in etwa der gleiche Zeitrahmen, wie das Online-Rollenspiel Age of Conan oder für Howard Leser, die Stunde des Drachen.

Vorläufiger Buchtitel: Sklavenfeuer

Kapitel 1, erster Abschnitt – hat noch keinen Namen

Eine Staubwolke wälzte sich durch die Steinwüste in der Nähe von Akbitana, einer Stadt im südlichen Shem, nahe der Grenze zu Stygien. Akbitana war ein Zentrum des Handels, ein Umschlagplatz für Waren aus der ganzen Welt und geschäftiges Treiben erfüllte an jenem Tag den Sklavenmarkt. Käfige wurden geöffnet, Preise wurden ausdiskutiert und gierige, schleimige Hände, begrapschten die meist weibliche Ware und die Muskeln der wenigen männlichen Arbeitssklaven, aufmerksam.

Ein geschäftiger Tag kam zu Ende und die Karawane war am Morgen weitergezogen und folgte einer Route um den Feuerberg herum nach Akhlat, einer Oase am Fuße des Bergs, um dort neue Sklaven zu erstehen, die Wasservorräte aufzufüllen und so den Kreis des menschenverachtenden Handwerks zu schließen. Doch nun drang das tiefe Röhren großer Tiere durch den gelben Staubnebel außerhalb der Stadt. Im Innern der Wolke wiegten sich Kamele im Passgang von einer Seite zur anderen; ein paar der Wüstenschiffe trugen Körbe, während andere mit Gitterstangen verkleidete Wägen zogen. Die schweren, metallbeschlagenen Räder hatten breite Holzaufsätze, die ein Fortkommen, auch auf weniger festem Grund garantierten sollten. Die breiten, weichen Hufe der Tiere und die großen Auflageflächen der Räder nahmen immer wieder feinen Sand vom Boden auf, der dann vom Wind verblasen wurde und so den Wagenzug in eine wandernde Staubwolke einhüllte. Es herrschte außerdem eine starker Südwind, der die Luft mit feinstem Sand von den Ufern des Styx erfüllte und die Fernsicht an diesem Tag stark einschränkte.

Die Wagen waren bis auf einen, in dem eine scheinbar leblose Gestalt lag, leer und hatten keine Fracht geladen. Der Handel in Akbitana musste also erfolgreich gewesen sein, da auf dem vordersten Kamel, unter einem mit Tüchern verhüllten Hochsitz, auf dem Rücken eines Kamels, ein zufrieden grinsender, fetter Händler seinen Ertrag zählte. Die Wurstfinger zählten mit diebischer Freude die Gold und Silbermünzen, deren Anzahl feinsäuberlichst in ein Geschäftsbuch eingetragen wurde. Man sollte dem zamorischen Händler nicht nachsagen, er würde ein chaotisches Geschäft führen. Die Tradition, mit der man in Zamora den Sklavenhandel und Menschenraub betrieb, war legendär geworden und dieser folgend, konnte sich kein ernsthafter Sklavenhändler aus Zamora eine Blöße geben. Es wurde viel erwartet von den gierigen Menschen des alten Volkes der Zamorer, deren herzlose, selbstsüchtige Kultur, jegliches menschliche Laster zum Selbstzweck zelebrierte und dabei den Verlust des Lebens anderer nur all zu gerne in Kauf nahm.

Als jedoch der Wagenzug aus dem Schatten eines Auslegers der Feuerberge trat kam Leben in die Gestalt. Langsam stemmten zitternde, entkräftete Arme einen unbekleideten Oberkörper nach oben. Der Mann war bis auf ein Lendenschurz aus grobem, naturfarbenem Leinenstoff vollkommen unbekleidet und hatte eine makellose, leicht dunklere Haut. Schwarze, lange, lockige Haare fielen tief in sein Gesicht und als er aufblickte, offenbarten sich ebenso dunkle Augen, die verwirrt um sich blickten. Als er sich aufgerichtet hatte und sich umschaute, konnte man in seinem Gesicht noch deutlicher die Verwirrung über seinen Zustand erkennen. Er hielt sich die Stirn, schloss halb die Augen und konnte sich kaum aufrecht halten, als sein Wagen über einen Stein rumpelte. Kurzzeitig verlor er fast wieder das Bewusstsein, fing sich aber dann doch, schüttelte abermals den Kopf, als könne er die Müdigkeit, die ihn im Griff hatte abschütteln. Angestrengt versuchte er die Augen ganz zu öffnen und blickte nach oben, wo die Vormittagssonne vom Himmel schien und ihn daran erinnerte, dass seine Kehle wie Feuer brannte.

Der Gefangene blickte sich um und suchte die nahe Umgebung, weiter konnte er aufgrund des aufgewirbelten Staubs und beißenden Windes nicht sehen, nach einer weiteren Menschenseele ab und sein Blick blieben an einer gerüsteten Gestalt hängen, die einige Meter rechts von seinem Wagen entfernt, stur dem Pfad folgte und sich hin und wieder umsah.

“He! He ihr! Hallo!” rief der Gefangene dem Wind entgegen.

Der Wächter wandte sich zu ihm um, entfernte das Tuch, das die untere Hälfte seins Gesichts eingehüllt hatte, grinste dann hämisch und ging weiter ihres Wegs. Dann zog er das Gesichtstuch etwas enger, damit der Wind keinen Sand in Mund und Nase blasen konnte. Insgesamt war die Wache in die typische Kleidung eines Wüstenreisenden gekleidet. Eine Kapuze umhüllte den Kopf und wurde von einem bunten Band daran gehindert herabzurutschen. An der Kapuze war ein Gesichtstuch angebracht, das von einem weiteren Tuch fest hinter dem Kopf verzerrt wurde. Darauf folgte ein geschlitztes, langes Hemd aus einem leichten, roten Leinenstoff. Damit Rüstteile angebracht werden konnten, wurde der weite Stoff mit Lederstreifen an den Beinen verschnürt und am Torso, Oberarmen und -beinen wurden luftig geschnittene Lederrüstungsteile befestigt. Kein sonderlich beeindruckender Schutz, aber die Wüste hatte durch ihr unbarmherziges Klima mehr Opfer gefordert, als alle Räuber und Gefahren seit der hyborischen Geschichtsschreibung und so musste man auf der Reise Kompromisse eingehen, um auch ganz ohne Gefahren lebend am Ziel anzukommen.

Langsam dämmerte dem Unglücklichen, in was für einer Situation er sich befand. Er hatte sich umgeschaut und die Wägen erkannt. Regelmäßig hatte er sie auf dem Sklavenmarkt stehen sehen und befand sich zu seinem Schrecken nun selbst in einem.

“He Wache! Es muss ein Missverständnis vorliegen, eine Verwechslung! Ich gehöre nicht hier rein.” Verzweifelt versuchte er die Aufmerksamkeit der Wache zu erregen, die jedoch ignorierte ihn standhaft, also sah er sich erneut angestrengt um.

Der Boden des Wagens war mit Heu ausgelegt, damit man den Unrat der Sklaven leichter reinigen konnte und im vorderen Eck war ein Loch, durch das man aber bestenfalls einen Arm oder im gedachten Sinne, seinen Stuhlgang bekommen konnte. Die Gitter waren Eisenbänder, die ein quadratisches Maschennetz mit Löchern von Handbreite ergaben, durch das vielleicht ein Kinderkopf gepasst hätte. Wütend begann er an den Eisenbändern zu rütteln, doch die Nieten im Wagen und den  Bändern hielten dem Ausbruch mühelos stand und so ließ er sich nach kurzem erschöpft hinabsinken und versuchte sich mit seiner Situation abzufinden.

Der Wagenzug rollte derweil ruhig weiter. Man hörte nur ab und zu eines der Tiere röhren, das Knarzen der Räder und klatschen der Reitgerten, die ab und an auf den Flanken der Tiere aufschlugen, über das Rauschen des Windes hinweg.

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