Quo vadis HEMA? Historischer Schwertkampf die moderne Kampfkunst!

Seit fast einem Dreiviertel Jahr bin ich nun schon dem historischen Schwertkampf verfallen. Währenddessen habe ich die Vereinspräsenz überarbeitet, ein neues Logo gestaltet, diverse lustige facebook-Aktionen angestoßen, um den Verein weiter zu bewerben und im Verlauf der letzten Wochen einen kleinen Trailer für den Verein zusammengestellt, auf den ich schon ein bisschen stolz bin.

Es ist das erste Mal, das ich echte Kameraufnahmen gemacht und dann zu einem Gesamtwerk kombiniert habe. Dabei geholfen hat ein iMovie-Template, das schon Themen, Musik und die Text-Plates vorgefertigt geliefert hat. Ich habe also reichlich Aufnahmen gemacht und dann aus diesen vielen Aufnahmeschnipseln, die richtigen an die richtige Stelle im iMovie-Template geschoben, einen passend dramatischen Texte für die Plates verfasst, Ende und Anfang durch meine eigenen Plates ersetzt und voila, fertig ist der HEMA-Trailer für die Hohentwieler Klingenkunst.

Die historische Fechtkunst ist keineswegs ein antiquiertes Geprügel mit Blankwaffen, sondern in den meisten Vereinen, besonders in der Hohentwieler Klingenkunst am Bodensee, ist es eine moderne Kampfkunst, die nach allen Regeln der Kunst unterrichtet wird. Wir trainieren nicht in alten Fetzen, sondern wie man im Trailer unschwer erkennen kann in moderner Trainingskleidung in einer Turnhalle. Nichtsdestotrotz sind alle Techniken detailliert auf historische Vorbilder zurückzuführen und von erfahrenen Fechtern im Laufe der letzten dreißig Jahre rekonstruiert worden. Eine verloren geglaubte, europäische Kampfkunst wurde so wieder zum Leben erweckt und lädt uns alle ein ihre Wurzeln und damit unsere Wurzeln neu zu entdecken und zu begründen.

Wo wir Europäer verzweifelt versuchen den Weg des Bushido zu gehen, passt vielleicht gerade die europäische Kampfkunst aus dem Herzen unserer Heimat viel besser zu uns und wir finden auch so einen besseren Zugang zu ihr; denn wie jede Kampfkunst bildet auch das Fechten nach europäischem Vorbild den Charakter und dieser Aspekt war schon im Mittelalter essentieller Teil der Ausbildung an der Waffe. Es gehörte zum Guten Ton für jeden Jüngling – damals waren es größtenteils Männer, heutzutage sind natürlich gerne Frauen bei uns willkommen – Disziplin, Körperbeherrschung und geistige Flexibilität an der Waffe zu erlernen. Was damals galt ist auch heute noch gültig. Man entdeckt nicht nur ein Sportgerät, sondern lernt auch sich und sein Gegenüber besser kennen, man entdeckt sich selbst.

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