NaNoWriMo Buch – Erstes Kapitel – Teil 1

Erklärung

NaNoWriMo ist eine Schreibaktion, bei der man versucht innerhalb eines Monats (November in diesem Fall) einen Roman/Buch mit mindestens 50.000 Worte zu schreiben. Dazu muss man regelmäßig und mit viel Energie bei der Sache sein und darf auf keinen Fall den Schreibfluss unterbrechen. Editiert wird nach dem WriMo, sonst ist es unmöglich diese Schreibleistung hinzubekommen. Falls ihr euch also dazu überreden könnt, meinem Leidensweg durch den WriMo zu folgen, dann seid nicht überrascht, wenn Kommas fehlen, ganze Worte in Sätzen (im Gedankenfluss denkt man manchmal Dinge, schreibt sie aber nicht) und insgesamt der Text vielleicht einiges an Überarbeitung gebrauchen könnte. Es ist eine Schreibübung, ein Ziel, eine Herausforderung und hoffentlich auch für alle Beteiligten – sowohl Mitleser, als auch Schreiber – ein bisschen Spaß.

Hinweis zum Buch

Die Geschichte spielt in der Welt des hyborischen Zeitalters, zu einer Zeit, als Conan der Cimmerier den Tron von Aquilonien schon bestiegen hat. Es ist also in etwa der gleiche Zeitrahmen, wie das Online-Rollenspiel Age of Conan oder für Howard Leser, die Stunde des Drachen.

Vorläufiger Buchtitel: Sklavenfeuer

Kapitel 1, erster Abschnitt – hat noch keinen Namen

Eine Staubwolke wälzte sich durch die Steinwüste in der Nähe von Akbitana, einer Stadt im südlichen Shem, nahe der Grenze zu Stygien. Akbitana war ein Zentrum des Handels, ein Umschlagplatz für Waren aus der ganzen Welt und geschäftiges Treiben erfüllte an jenem Tag den Sklavenmarkt. Käfige wurden geöffnet, Preise wurden ausdiskutiert und gierige, schleimige Hände, begrapschten die meist weibliche Ware und die Muskeln der wenigen männlichen Arbeitssklaven, aufmerksam.

Ein geschäftiger Tag kam zu Ende und die Karawane war am Morgen weitergezogen und folgte einer Route um den Feuerberg herum nach Akhlat, einer Oase am Fuße des Bergs, um dort neue Sklaven zu erstehen, die Wasservorräte aufzufüllen und so den Kreis des menschenverachtenden Handwerks zu schließen. Doch nun drang das tiefe Röhren großer Tiere durch den gelben Staubnebel außerhalb der Stadt. Im Innern der Wolke wiegten sich Kamele im Passgang von einer Seite zur anderen; ein paar der Wüstenschiffe trugen Körbe, während andere mit Gitterstangen verkleidete Wägen zogen. Die schweren, metallbeschlagenen Räder hatten breite Holzaufsätze, die ein Fortkommen, auch auf weniger festem Grund garantierten sollten. Die breiten, weichen Hufe der Tiere und die großen Auflageflächen der Räder nahmen immer wieder feinen Sand vom Boden auf, der dann vom Wind verblasen wurde und so den Wagenzug in eine wandernde Staubwolke einhüllte. Es herrschte außerdem eine starker Südwind, der die Luft mit feinstem Sand von den Ufern des Styx erfüllte und die Fernsicht an diesem Tag stark einschränkte.

Die Wagen waren bis auf einen, in dem eine scheinbar leblose Gestalt lag, leer und hatten keine Fracht geladen. Der Handel in Akbitana musste also erfolgreich gewesen sein, da auf dem vordersten Kamel, unter einem mit Tüchern verhüllten Hochsitz, auf dem Rücken eines Kamels, ein zufrieden grinsender, fetter Händler seinen Ertrag zählte. Die Wurstfinger zählten mit diebischer Freude die Gold und Silbermünzen, deren Anzahl feinsäuberlichst in ein Geschäftsbuch eingetragen wurde. Man sollte dem zamorischen Händler nicht nachsagen, er würde ein chaotisches Geschäft führen. Die Tradition, mit der man in Zamora den Sklavenhandel und Menschenraub betrieb, war legendär geworden und dieser folgend, konnte sich kein ernsthafter Sklavenhändler aus Zamora eine Blöße geben. Es wurde viel erwartet von den gierigen Menschen des alten Volkes der Zamorer, deren herzlose, selbstsüchtige Kultur, jegliches menschliche Laster zum Selbstzweck zelebrierte und dabei den Verlust des Lebens anderer nur all zu gerne in Kauf nahm.

Als jedoch der Wagenzug aus dem Schatten eines Auslegers der Feuerberge trat kam Leben in die Gestalt. Langsam stemmten zitternde, entkräftete Arme einen unbekleideten Oberkörper nach oben. Der Mann war bis auf ein Lendenschurz aus grobem, naturfarbenem Leinenstoff vollkommen unbekleidet und hatte eine makellose, leicht dunklere Haut. Schwarze, lange, lockige Haare fielen tief in sein Gesicht und als er aufblickte, offenbarten sich ebenso dunkle Augen, die verwirrt um sich blickten. Als er sich aufgerichtet hatte und sich umschaute, konnte man in seinem Gesicht noch deutlicher die Verwirrung über seinen Zustand erkennen. Er hielt sich die Stirn, schloss halb die Augen und konnte sich kaum aufrecht halten, als sein Wagen über einen Stein rumpelte. Kurzzeitig verlor er fast wieder das Bewusstsein, fing sich aber dann doch, schüttelte abermals den Kopf, als könne er die Müdigkeit, die ihn im Griff hatte abschütteln. Angestrengt versuchte er die Augen ganz zu öffnen und blickte nach oben, wo die Vormittagssonne vom Himmel schien und ihn daran erinnerte, dass seine Kehle wie Feuer brannte.

Der Gefangene blickte sich um und suchte die nahe Umgebung, weiter konnte er aufgrund des aufgewirbelten Staubs und beißenden Windes nicht sehen, nach einer weiteren Menschenseele ab und sein Blick blieben an einer gerüsteten Gestalt hängen, die einige Meter rechts von seinem Wagen entfernt, stur dem Pfad folgte und sich hin und wieder umsah.

“He! He ihr! Hallo!” rief der Gefangene dem Wind entgegen.

Der Wächter wandte sich zu ihm um, entfernte das Tuch, das die untere Hälfte seins Gesichts eingehüllt hatte, grinste dann hämisch und ging weiter ihres Wegs. Dann zog er das Gesichtstuch etwas enger, damit der Wind keinen Sand in Mund und Nase blasen konnte. Insgesamt war die Wache in die typische Kleidung eines Wüstenreisenden gekleidet. Eine Kapuze umhüllte den Kopf und wurde von einem bunten Band daran gehindert herabzurutschen. An der Kapuze war ein Gesichtstuch angebracht, das von einem weiteren Tuch fest hinter dem Kopf verzerrt wurde. Darauf folgte ein geschlitztes, langes Hemd aus einem leichten, roten Leinenstoff. Damit Rüstteile angebracht werden konnten, wurde der weite Stoff mit Lederstreifen an den Beinen verschnürt und am Torso, Oberarmen und -beinen wurden luftig geschnittene Lederrüstungsteile befestigt. Kein sonderlich beeindruckender Schutz, aber die Wüste hatte durch ihr unbarmherziges Klima mehr Opfer gefordert, als alle Räuber und Gefahren seit der hyborischen Geschichtsschreibung und so musste man auf der Reise Kompromisse eingehen, um auch ganz ohne Gefahren lebend am Ziel anzukommen.

Langsam dämmerte dem Unglücklichen, in was für einer Situation er sich befand. Er hatte sich umgeschaut und die Wägen erkannt. Regelmäßig hatte er sie auf dem Sklavenmarkt stehen sehen und befand sich zu seinem Schrecken nun selbst in einem.

“He Wache! Es muss ein Missverständnis vorliegen, eine Verwechslung! Ich gehöre nicht hier rein.” Verzweifelt versuchte er die Aufmerksamkeit der Wache zu erregen, die jedoch ignorierte ihn standhaft, also sah er sich erneut angestrengt um.

Der Boden des Wagens war mit Heu ausgelegt, damit man den Unrat der Sklaven leichter reinigen konnte und im vorderen Eck war ein Loch, durch das man aber bestenfalls einen Arm oder im gedachten Sinne, seinen Stuhlgang bekommen konnte. Die Gitter waren Eisenbänder, die ein quadratisches Maschennetz mit Löchern von Handbreite ergaben, durch das vielleicht ein Kinderkopf gepasst hätte. Wütend begann er an den Eisenbändern zu rütteln, doch die Nieten im Wagen und den  Bändern hielten dem Ausbruch mühelos stand und so ließ er sich nach kurzem erschöpft hinabsinken und versuchte sich mit seiner Situation abzufinden.

Der Wagenzug rollte derweil ruhig weiter. Man hörte nur ab und zu eines der Tiere röhren, das Knarzen der Räder und klatschen der Reitgerten, die ab und an auf den Flanken der Tiere aufschlugen, über das Rauschen des Windes hinweg.

LARP-Bericht zum Aemberwyn 6 – Eine Frage der Loyalität

Aemberwyn 6 – Eine Frage der Loyalität. Für viele Spieler war es keine Frage der Loyalität wieder auf einem ihrer liebsten Cons des Jahres aufzutauchen, sondern eine Selbstverständlichkeit. Das gleiche galt auch für meine Freundin, mich und viele andere, liebgewonnene Gesichter der letzten Jahre. Die Grundlage für ein auf mehrere Arten fantastisches Wochenende waren somit gelegt.

Das Land ist in Aufruhr, die Rebellion des letzten Jahres ist gewachsen und der Fürst befindet sich im offenen Krieg gegen die Rebellion. Seine Bemühungen, die in Elbyndael aufkeimenden Rebellen zu ersticken, blieben erfolglos und die Ritter des Rosensterns kommen auch ein Jahr später zusammen, um einen endgültigen Thronfolger zu bestimmen. Gerüchte über einen verlorenen Königssohn, politische Interessen der einzelnen Parteien, eine mysteriöse, tödliche Seuche, Streit um einen uralten Paktgegenstand, das noch immer verletzte Herz des Waldes, die Schwanengarde im Wald, ein Ketzerkult, ein verschollenes Grabmal und noch vieles, vieles mehr garantierten, dass niemand auch nur für eine Sekunde zum durchatmen kam.

Auch dieses Jahr klappte die Kommunikation mit der Orga prächtig und ein unermüdliches Team aus scheinbar nimmer müden Herren und Damen beantwortete punktgenau die Fragen der Spieler. Wenn etwas nicht ganz klar war, wurde es schnell über ihr ausgeklügeltes Funksystem (Radio Aemberwyn – der kleine Wolfi möchte von seiner Mama abgeholt werden ;)) nachgefragt und es waren zur meisten Zeit alle im Bilde, was keineswegs selbstverständlich ist und auf den meisten Cons ansonsten für Probleme und Verwirrungen sorgt.

Das komplexe System der größtenteils frei agierenden NSCs, wurde auch dieses Jahr beibehalten und so wusste man bis zum Schluss nicht, wer denn nun NSC oder Spieler war und warf solche Gedanken gleich zu Beginn über Bord und spielte einfach drauf los. Was beim ersten Aemberwyn noch für den einen oder anderen Schluckauf sorgte, ist inzwischen so gut ein-, aus- und zusammengespielt, dass es eine willkommene Abwechslung zum gescripteten einerlei der LARP-Welt darstellt.

Wie jedes Jahr waren alle Aemberwahnzutaten vorhanden und auch wenn es für die Kenner langsam langweilig wird, sollte man nicht müde werden die übermenschlichen Leistungen des Tavernenteams hervorzuheben, das mit einer Selbstverständlichkeit Leistung vollbrachte, die noch immer in der professionellen Gastronomie keineswegs an der Tagesordnung sind. Großartige Leistung!

Aus den oben aufgezählten Zutaten, mischte sich dann übers Wochenende ein bunter Mix aus Verschwörungen, Misstrauen, Geheimnissen und Enthüllungen, von Dieben und Dieben des Diebens das gediebt wurde. Brutaler Ziegenmord, frivole Elfensuchzettel, schmackhafte Heidenhöhlenpfännchen, ab Samstag mit extra Ziegenfleisch! Kurz um, es war der ganz normal (fantastische) Aemberwahn in seiner schönsten Form.

Bildergallerien vom Aemberwyn 6

Seelenjäger – Teil 1

Vor ein paar Tagen bin ich mitten in der Nacht (3:21) aufgewacht und mein Kopf drehte sich vor lauter Gedanken und ich fühlte mich gestresst und gehetzt. Ich bin dann einfach aufgestanden, um meine Freundin nicht weiter zu nerfen, da sie einen sehr leichten Schlaf hat.

Ich habe mich dann auf die Couch gehockt und meinen kleinen Laptop gebootet, um mich mit irgendwas zu beschäftigen, das meine Gedanken sortiert. Also habe ich mir gedacht, ich beschreibe einfach mal meine Gedanken so, als würde ich eine Geschichte erzählen und schaue, wo mich das Ganze hinbringt 😀

Das ist jetzt das Ergebnis von 2 Stunden am Stück schreiben. Danach waren meine Gedanken sortiert, mein Kopf klar und ich bin um 5:irgendwas auf der Couch eingeschlafen und habe bis viertel nach zehn durchgeschlafen. Keine Ahnung ob ich das jemals weiterschreibe oder ob es überhaupt interessant und gut genug geschrieben ist, aber ich dachte, die Situation war merkwürdig genug, um es mal auf dem Blog festzuhalten.

Seelenjäger – Der alte Mann

Ein Stimmentanz hielt ihn wach; den Kopf auf der einen Seite, dann auf der anderen und doch ergab nichts einen Sinn. Ein Gefühlsschauer lief durch seinen Körper und er drehte sich im Bett umher wie eine hochschwangere, erfüllt voller Nervosität und der Angst vor der Geburt. Es sollte, es konnte nicht sein. Seine Gedanken kreisten sich um ein Zentrum, das keinen Weg und kein Ziel hatte, dann ihn ergriff ein Schwindel, der ihn langsam aber sicher aus dem Schlaf riss.

Langsam schlug er die verquollenen Augen auf und schaute sich im nachtfinstren Schlafraum um. Dieser war erfüllt vom Schein der Straßenfeuer, die draußen vor dem Fenster in ihren goldglänzenden Schalen vor sich hinknisterten. Das kalte, blaue Licht der Lampen erstrahlte zu dieser Zeit noch überall in den Gassen. Es war kurz vor Morgengrauen und ein Gefühl der Ohnmacht überkam ihn. Schon wieder eine Nacht wach verbracht. Schon wieder nicht geschlafen, so wie er es sich nach all den Strapazen verdient hatte. Er setzte sich im Bett auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Seine Gedanken waren immer noch bei diesem Mädchen; bei ihr und all den anderen Dingen, die ihn gestern im Laufe des Tages geradezu überschwemmt hatten.

* * * *

Das Ministerium hatte ihn um einen Gefallen gebeten und auch wenn es ihm zuwider war diesen Halsabschneidern auch nur mit einer zuckenden Wimper wohltuende, frische Luft zuzufächeln, so konnte er nicht umhin sich einzugestehen, dass sein Auftragsbuch leer war und die Menschen einfach nicht mehr so häufig wie früher seine Dienste in Anspruch nahmen. Wer benötigte in den Tagen der Aufklärung, der dampfgetriebenen Wunderwerke schon einen Seelenjäger. Die rückschrittlichen Köpfe in den Ministerien waren genau die Art von Kundschaft, die er gebrauchen konnte: reich, gutgläubig und immer bereit sich eine gute Geschichte auftischen zu lassen.

Ein lautes Hupen auf der Straße neben ihm und eine starke Schulter, die gegen seine prallte riss ihn aus den Gedanken.

„Hey! Kannst du nicht aufpassen? Träum’ woanders… Opa!“

„Träumen?“ dachte er sich. „Träumen wäre mal wieder schön.“ Hätte er zu diesem Zeitpunkt gewusst, wie atemlos, beunruhigt und von Traumbildern gejagt er die nächste Nacht verbringen würde, hätte er seinen leichtsinnigen Wunsch wohl verflucht und sich selbst geohrfeigt. Aber zu diesem Zeitpunkt war der Wunsch nach einer traumerfüllten, fantastischen Nacht, inmitten all der schrecklich-trockenen Wirklichkeit, eine ersehnte Abwechslung.

Er sammelte seine Gedanken aus dem Scherbenhaufen der Bilder, die er im Verlauf des Tages gesehen hatte, zusammen. Die Stadt war im Umbruch begriffen und überall waren die Straßen erfüllt von Modernisierung; Lichter, die sogenannten Straßenfeuer, säumten die Gassen und versprachen ein nie erlöschendes Licht in dunklen Nächten, wo früher Nachtwächter für Ruhe, Ordnung und wohltuendes Kerzenlicht gesorgt hatten. Das kalte Licht der blauen Steine, die im Zentrum der goldenen Reflektoren schwebten, erschien ihm so widernatürlich und leblos. Blaue Flammen tanzten auf der Oberfläche der Kristalle und der Reflektor hielt den Stein durch ein Kraftfeld im Zentrum, sodass zu jeder Zeit das perfekte Licht auf die Straße darunter gestrahlt wurde. In den letzten Jahren schien alles so perfekt. Die Erfindungen schienen kein Ende zu nehmen und seit der Entdeckung der Kristalle schien keine Konstruktion zu absurd, zu sinnlos, um nicht das Leben der Menschen scheinbar zu bereichern.

Die Straßen waren nicht mehr erfüllt vom Gestank der Pferdeäpfel, dem Gebrabbel der armen Jungen und Mädchen, die fleißig die Überbleibsel der Vierbeiner aufsammelten, um sie dann auf dem Markt zu verkaufen; stattdessen hörte man jetzt nur das geschäftige Schnattern und das blaue Summen der Kristalle, die die neuen Dampfkutschen antrieben. So perfekt waren sie, dass ihm schlecht wurde. So schlecht, dass er um die nächste Ecke rannte und sich übergab. Einen Augenblick der Erleichterung später überlegte er kurz und kam zu dem Schluss, dass es vielleicht doch der Brandy von gestern gewesen war und nicht seine brennende Abscheu der neuen Technik gegenüber, die ihm sein Innerstes offenbart hatte.

Sein Abscheu war nicht ganz unbegründet, war diese Technologie doch so sprunghaft aufgetaucht und bot so umfassend Lösungen auf alte Probleme, dass das Interesse an der spirituellen Seite schnell verfiel. Während vor ein paar Jahren noch einige bereit waren Unsummen für einen Seelenjäger hinzublättern, so glaubten viele nicht mehr an ihre Fähigkeiten. Er verstand all das Misstrauen nicht. Er hatte viele Fälle gelöst und ob es nun die Seelen waren, die ihn zur Lösung führten, oder seine eigenen Fähigkeiten, spielte für ihn am Ende keine Rolle. Das Ministerium erlaubte aber nur Seelenjägern sich in die Belange der Wächter einzumischen und so blieb ihm damals kein anderer Weg als den Glaubenstanz mitzumachen. Inzwischen waren die Menschen aber, zum Leidwesen des Ministeriums, vom Glauben abgefallen und sein Büro im Herzen der Stadt war die meiste Zeit nur mit ihm und einer Flasche Brandy besetzt, mit der er, solange sie voll war, interessante Unterhaltungen führte, oder so lies es der Brandy ihn glauben.

Es war der Brandy. Er sah an der Wand herunter und betrachtete kurz wessen er sich entledigt hatte und da außer einer braunen Flüssigkeit nichts zu sehen war, fiel ihm ein, dass er seit zwei Tagen vergessen hatte etwas zu essen.

Er blickte nach rechts in die dunkle Seitengasse, die er für sein Geschäft gezwungenermaßen ausgewählt hatte und da stand sie. Inmitten des Trubels saß sie in dieser Gasse hinter einem alten, viereckigen, zwei Meter großen Mülleimer und spähte vorsichtig nach dem besorgniserregenden Geräusch, dass er von sich gegeben hatte, als er seine Wandverschönerung erschaffen hatte.

„Hallo?“ ertönte ihre Stimme vorsichtig und leise aus dem Dunkel der Gasse; die tief gezogenen Überhänge der Dächer schluckten jedes Tageslicht und der ewige Ruß in der Luft tat sein übriges und so fiel nur Licht von der Straße her in die dunkle Einbuchtung zwischen den Häusern „Geht es ihnen gut Sir?“

Sogar die Bettler machten sich jetzt schon Sorgen um ihn; er musste wohl noch erbärmlicher wirken, als ihr eigenes fruchtloses Leben.

„Nein Kleines. Keine Sorge. Der Opa hat nur zu viel getrunken“ brachte er unter leichtem Würgen hervor. Da war noch ein letzter Schluck, der sich den Weg ins freie bahnte und so übergab er sich abermals.

Das kleine Etwas kam hinter dem Abfalleimer hervor und nachdem er sich aufgerichtet hatte und sie langsam ins kalte Licht eines Straßenfeuers trat, trafen sich ihre Blicke. Ihre Augen brannten blau und das nicht nur wegen des Feuerscheins, der so unnatürlich auf ihrem blond-roten Haar tanzte, eine Träne rollte ihre Backe hinab und sie streckte eine Hand tröstend nach ihm aus. Sie war vielleicht 10 Jahre alt, trug ein gräuliches Nachtlaken, dass hier in der Stadt an die Bettlerkinder ausgeteilt wurde und ihre blanken Füße waren, von all dem Ruß, den die Dampfkutschen auf den Straßen hinterlassen hatten, schwarz geworden. Ihr Gesicht war unter all dem Dreck kaum zu erkennen, bis auf diese flammenden, blauen Augen, die in der Dunkelheit zu brennen schienen.

„Sind sie wirklich in Ordnung Sir?“ Ihr schmutziges Gesicht war von Sorge erfüllt und sie kam schnell näher und stützte ihn, damit er nicht vor Schwäche vornüber fiel und sich seinen braunen Anzug versaute. Seine weißen, schulterlangen Haare hatten aber schon ein wenig vom Erbrochenen abbekommen, da er sie nie zusammenband oder anstalten machte, sie mit einer Klammer zu bändigen und seine tiefen Augenringe verliehen seinem Gesicht etwas Leichenhaftes.

Er stolperte gestützt von diesem grauen Lumpenkind ein paar Schritte weiter in die Seitengasse, die voller Unrat, Mülleimer und anderen Gerümpel stand und lies sich mit ihrer Hilfe langsam an einer Hauswand auf den Boden hinab.

„Ach Kleines, das wäre doch nicht nötig gewesen. Hier hast du ein paar Münzen.“ Er streckte ihr alles entgegen, was er noch in seinen Hosentaschen fand, das eigentlich für die nächste Flasche gedacht gewesen war und lächelte schief.

Das Mädchen strich ihm mit den kleinen Händen übers Gesicht, lächelte ihn mütterlich an und wieder rollte eine kleine, einzelne Träne über ihre schmutzige Wange und gab ihre weiße Haut darunter frei. Ihre Stimme klang warm und hell, wie ein sanfte Brise an einem sonnigen Frühlingsmorgen und er fühlte sich plötzlich frei von aller Last.

„Ihre Münzen werden nicht gebraucht. Sie sollten sie lieber für etwas zu essen einsetzen. Es sieht nicht so aus, als hätten sie heute schon etwas gegessen.“ sagte sie und deutete auf die Hausecke und die dünnflüssige Brühe, die dort hinablief.

Er bemerkte die Tränen in ihrem Gesicht und sah sie besorgt an: „Wieso weinst du?“

Sie lächelte ihn an, „für Sie.“

Ein Gefühl der Scham überkam ihn und er konnte ihr nicht mehr ins Gesicht schauen. Dieses kleine Mädchen hatte für diesen alten Narren Tränen vergossen, weil er ihr so schäbig erschien, wie ihr eigenes Leben nicht sein konnte. Wie konnte er so tief sinken? Er stütze sich mit einer Hand an der Wand ab und rappelte sich langsam wieder hoch. Seine Beine gaben ihm erstaunlicherweise wieder Halt und er konnte ohne zu schwanken auf ihnen stehen. Er fühlte sich so, als hätte er eine gute Nacht geschlafen und blickte auf das Mädchen herunter, dass ihn mit schräg gestelltem Kopf musterte und immer noch leicht lächelte.

„Na na, nimm mal ruhig die paar Münzen. Du kannst dir ja davon vielleicht etwas für deine Füße kaufen. Sonst verletzt du dich noch irgendwo.“ So viele Bettlerkinder waren ihm über die Jahre begegnet, so viele hatten ihn mit ihren großen Augen angesehen und keinem hatte er je auch nur eine Münze zugesprochen. Wie Ratten empfand er diese sich ewig vermehrende Brut der Straße, die jeden Passanten belästigte und nur zur Reinigung der Straßen vom Pferdedreck gut war. Kleine Menschen, ohne Gewissen. So hatte er immer über sie gedacht. Zu allem bereit und zu nichts fähig.

Er kniete vor ihr nieder, nahm sanft die Hand des Mädchens, platzierte die Münzen darin und schloss sie wieder. Das würde für ihn und seine Situation kein Essen bedeuten, aber es erschien ihm völlig abwegig dieses kleine Wesen ohne Dank davon zu schicken, obwohl er noch nicht einmal genau wusste, wofür er ihr danken wollte. Er lächelte und machte sich langsam auf den Weg aus der Gasse. Von hinten spürte er wie der Blick des Mädchens auf ihm ruhte. Ohne sich umzusehen, hob er die Hand zum Abschied.

„Keine Sorge, Opa kommt gut heim. Nun lauf und hol dir was zu essen und etwas für deine Füße… und… pass auf dich auf.“ Er war aus der dunklen Seitengasse getreten, stand auf dem Gehweg und wandte sich links und ging ein paar Schritte den Weg entlang.

„Wir haben Dich nicht vergessen, William. Vergiss Du nun auch Dich nicht.“ Die Stimme des Mädchens, klar und deutlich als würde sie neben ihm stehen und ihm ins Ohr flüstern, klang wie ein warmer Wasserfall aus flüssigen Blumen, die sich über seinen Kopf ergossen und ihm wurde fast schwindlig, so intensiv traf ihn das Gefühl. Ein Schauer lief ihm über den Rücken und er drehte sich schnell um, sah aber nur zwei Burschen, die auf dem Weg zur Arbeit waren.

„Zur Seite!“ rief er und er schob die verdutzten Gestalten auseinander und stürmte rechts in die Gasse.

Sie war menschenleer und dunkel.

Das innere Kind

Meine Freundin war bisher noch nie im Bodanrück Freizeitpark und da wir diesen Samstag schönes Wetter hatten, haben wir uns dazu entschlossen dorthin zu fahren. Mein letzter Besuch war als ich neun Jahre alt war und die Erinnerungen – bis auf die Haltung des Wolfsrudels, der Bären und des Luchses, das hat mir schon als Kind nicht gefallen – waren eigentlich nur positiv.

Der Park selbst ist ein Rundgang entlang verschiedener Rotwild, Schwarzwild und Wisent-Gehegen, der dann auf einem großen Spielplatz endet, auf dem die Eltern dank quengeligen Anhangs ihres hart verdienten Geldes entledigt werden, indem der kleinmenschliche Aufwuchs mittels reizvoller Fahrgeschäfte zum Konsum verleitet wird. Ansonsten bietet sich den eher grundsolide veranlagten Kindern ein mittelgroßer Spielplatz mit Hüpfburgen, Drehscheiben (ja sowas war ganz spannend, als ich noch klein war), Wackelbrücken, Teppichrutschen, Schaukeln und allerlei anderer altbackener, körperlich involvierter Unterhaltungsmethoden.

Erwartungsgemäß war der größere Andrang der kleinen Menschen bei den Fahrgeschäften zu finden, während sich die erfreulich schlanken Nachkommen tatsächlich aktiv auf dem großen Spielplatz vergnügten. Die Begeisterung über ein Drehfass oder eine einfache Wackelbrücke, auf der sich die Kinder spielend Ertüchtigen scheint auch heute noch ein Lachen auf Kindergesichter zu zaubern.

Was mich verwunderte war das Gefühl, das mich beschlich, als ich auf den Spielplatz trat. So lange war es her, dass ich auf den grünen Wogen wandelte und doch war jeder einzelne Hort des Spaßes noch in meiner Erinnerung geblieben. Das Gefühl auf der Wackelbrücke beim Rennen fast zu stürzen, das Schwindelgefühl in der Drehtrommel und die körperlich spürbare Zentripetalkraft auf der Drehscheibe hatten sich in meine Erinnerung geätzt. Aus dieser Begeisterung heraus verspürte ich den inneren Drang sofort auf die mir so liebgewonnenen Spielobjekte loszustürmen, um die Erinnerung mit neuem Schwung zu erfrischen. Das innere Kind war vollends ausgebrochen.

Wer jetzt meint, der erwachsene Johannes wäre enttäuscht im Drehfass in sich zusammengesunken oder auf der Wackelbrücke mit müder Miene flaniert, der ist weit gefehlt. Der ganze Quatsch, das sinnlose Spiel sind für mich persönlich nach wie vor so reizvoll, wie sie es als Kind für mich waren, mit dem einzigen Unterschied, dass mir in der Erinnerung, mangels gleicher Körpergröße, alles natürlich sehr viel größer und spektakulärer vorkam. Das reine Gefühl aber, die Freude am stolpern, der Schwindel und das unfreiwillige Lachen, wenn man im Drehfass taumelt, ist immer noch so wie es früher war.

Das einzige traurige an diesem Tag waren die Erwachsenen. Während ich mich noch lebhaft an meine Eltern erinnerte, die (besonders mein Vater) mit mir in der Drehtrommel rannten, an den Pendelschaukeln hingen und sich auf der Drehscheibe fast die Eingeweide rausgedreht haben, waren hier alle so schrecklich angepasst, dass ich mich wie auf einem Friedhof fühlte, wären da nicht die ganzen Kindern gewesen, die das ruhige Schweigen der Eltern mit Leben füllten.

Mit zweifelndem Blick wurde man betrachtet, wenn man lachend über die Wackelbrücke rannte und mit müdem Lächeln, das natürlich sofort mit vorsichtigem Tuscheln quittiert wurde, betrachtet, wenn man verrückte Fotos an der Pendelschaukel schoss. Wie alt seid ihr geworden? Habt ihr denn schon alles vergessen? Seid ihr so angepasst, dass auch nur die Möglichkeit des Spots euch dazu bringt euch jedweden Spaß zu vergällen? Wie wollt ihr den Spaß mit euren Kindern teilen, wenn ihr so schwer damit beschäftigt seid nicht aus dem Rahmen zu fallen, den ihr euch alle gegenseitig aufzwingt?

Lasst doch mal allen Fünfe grade sein und stolpert mit euren Kindern über die Hüpfburg. Geht das Risiko ein euch lächerlich zu machen, wenn ihr auf der Wackelbrücke stolpert. Vieles was ihr verloren geglaubt, ist nur begraben unter Lagen aus Gruppenzwang und Selbstbetrug. Wir sind alle Zeit unsres Lebens Kinder und sollten alle ab und an nach innen Horchen. Wenn man ganz leise ist, dann hört man es noch lachen, das innere Kind.

Schaffe, schaffe Studio baue…

Seit etwa einem Monat gibt es außer der Baustelle Wohnung – die erst vor kurzem wieder eröffnet wurde, da wir unser Bett erneuern und das Schlafzimmer umgestalten wollen – noch eine neue Bastel- und Baustelle: Das Fotostudio meiner Freundin.

Vor einigen Wochen ergab sich die überraschende Möglichkeit aus dem kleinen 24 m² kleinen Studio im Erdgeschoss eines uralten Fabrikgebäudes in den dritten Stock eben jenes zu wechseln. Da sie schon seit Monaten mit der ursprünglichen Lösung nicht mehr zufrieden war und der Kauf- und Accessoirerausch zu einer dauerhaften Überbelegung des kleinen Raumes geführt hatte, schnappte sie die Möglichkeit sofort beim Schopf und kontaktierte den vorläufigen Mieter des dritten, über 350 Quadratmeter großen, Stockwerks. Ausgehandelt wurde die Abtrennung eines ca. 100 Quadratmeter Stücks der länglichen Fabrikhalle.

Abtrennung. Wie trennt man denn eine Fabrikhalle, die vor der Jahrhundertwende 1900 gebaut wurde ohne sich gleich in Unkosten zu stürzen?

Zusammen mit meinem Vater erknobelten wir einen Plan, bei dem sich ein paar (über 30) Rigipsplatten mit Dachlatten und kleinen Holzbalken zu einer selbsttragenden Wand vereinigen würden. Diese verspannten wir mit aus Stahlstreifen gezimmerten Manschetten. Ergänzt wurde die Wand dann praktischerweise durch eine günstige Tür + Zarge aus dem Heimwerkermarkt unseres Vertrauens.

Das merkwürdige ist das man sich nach all der Arbeit irgendwie zufriedener fühlt, als wenn man sechs Monate in virtuellen Arbeitswelten verbracht hätte. Diese anstrengende, körperliche Arbeit wirkte fast wie Erholung und die aufeinander folgenden Wochenenden waren erholsamer als wenn ich sie auf dem Sofa zugebracht hätte. Auch wenn wir viel Knobeln musste, so war die Arbeit doch erfrischend klar und einfach und das Ergebnis offensichtlich. Vieles von dem was ich sonst so tue verschwimmt einfach im Nichts des Internets und sei es noch so ausgefallen oder gelungen.

Minecraft – Der Tiefenrausch

Die letzten paar Wochen verbrachte ich in den Untiefen der Welt von Minecraft. Ein einzigartiges Spiel, das vor allem einen Aspekt des Spielens zelebriert, den Selbstzweck. Es gibt kein Ziel, keine Punkte, keine Karotte, die es zu fangen gilt. Einzig und allein der Spaß am Sein ist Sinn und Zweck des Spiels.

Eine Community, die sich kreativ gegenseitig fordert und herausfordert, begeistert und bereichert verfolgt die aktive Entwicklung von Minecraft und dem heiligen Notch, wie der Hauptentwickler gerne genannt wird und immer wieder fixt man sich gegenseitig an, noch eine scheinbar unmöglichere und verrücktere Idee umzusetzen.

Während ein Teil der Community auf die Größe von Objekten fixiert ist – Kompensations? – so konzentrieren sich andere darauf bekannte Objekte, Gebäude oder ganze Spielwelten nachzubauen und verlieren sich in Details. Wieder andere haben einfach Spaß am Blödsinn machen und sprengen einfach möglichst viel, möglichst spektakulär in die Luft. Wieder andere konzentrieren sich ganz auf die clevere Problemlösung und suchen immer neue Wege wie man die vorhandenen Möglichkeiten und auch Bugs des Spiels dazu ausnutzen kann, die absolut wahnwitzigsten Konstrukte und Ideen umzusetzen.

Alles in allem hat mich Minecraft beflügelt, weil es so wenig und durch die legoartige Auflösung doch auch so viel Einschränkungen bietet. Die Welt ermöglicht scheinbar alles, jedoch die Werkzeuge sind begrenzt. Diese Einschränkungen kombiniert mit scheinbar unendlichen Kombinationsmöglichkeiten sind es, die einem einen Spielraum bieten, der durch seine optische, visuelle Limitierung nicht beängstigt und einen mit groben Pinselstrichen seine pixelnd expressionistischen Träume verwirklichen lässt.

Der perfekte Raum für kindliche Kreativität.

LARP-Bericht zum Aemberwyn 5 – Vogelfrey

In düsteren Stunden, da hausen die Geister der Toten in der Welt der Lebenden. Wenn dunkle Kulte, niederträchtige Priester und Untote ein Land ins Chaos stürzen und der Fürst unterdessen die Menschen in die Knechtschaft zwingt und nicht mehr den Zehnten verlangt, sondern was übrig bleibt, wenn man den Zehnten dem Bauer lässt, dann ist es wieder Zeit nach Aemberwyn zu ziehen; dann ist es wieder Zeit in Elbyndael nach dem Rechten zu sehen und sich mit den Köstlichkeiten aus Kwinns Taverne den Bauch vollzuschlagen!

Aemberwyn war wie jedes Jahr erfüllt von Verschwörungen, so viel Graustufen in den Charakteren der NPCs, dass sich ein 8-bit Graustufenbild vor Neid endlich den 32bit Adressraum wünschen würde (Informatikermetapher) und einer wunderbar leidenschaftlichen Orga, die sich zu jeder Tages- und Nachtzeit um die Spieler und ihre Belange kümmerte. Dabei blieb sie motiviert und freundlich, auch wenn die Wünsche und “Machtbedürfnisse”mancher Spieler wie gewohnt dazu tendierten den Machtrahmen des Cons zu sprengen oder einfach nur zusätzliche Arbeit in einer sicher schon alleine hektischen Zeit bedeuteten.
Ergänzt wurden diese Höchstleistungen dann durch die ebenso höchstleistende Tavernencrew, die ebenso mit scheinbar unendlicher Ruhe, Geduld und übermenschlicher Ausdauer den Begriff “Dienstleistung” in seiner vollen Güte dienend und leistend voll und ganz ausfüllten!
Die allermeisten NSCs waren wie immer top besetzt und die Glanzlichter so zahlreich, dass jede Aufzählung unweigerlich jemanden vergessen würde. Trotzdem möchte ich ein paar Charaktere aufzählen, die für mich persönlich einfach herausragend dargestellt waren. Dabei ist es im Prinzip egal, ob sie einfach nur perfekt ausgewählt wurden und ihnen die Rolle wie auf den Leib geschneidert schien oder Schauspielkunst dahinter steckt.

  • Der herrlich undurchschaubare, leidenschaftlich lügende Beorn-Priester und seine Begleitung
  • Die gefühlvoll dominant, erhabene Darstellung der Gräfin
  • Die wissenschaftlich verträumte Questorin
  • Der breit grinsende Sonnenschein in Form des Vogts, dessen wunderbar ausweichender Urteilsspruch wohl jedem Juristen ein Lächeln aufs Gesicht zauberte
  • Die brutale Schweinegarde! Der arme Holzstapel! Habt ihr denn kein Herz für Holz?

Kurzum, wem das Con keinen Spaß gemacht hat, ist selbst schuld, denn geboten wurde für praktisch jeden etwas. Bis zum nächsten Jahr, wenn wir hoffentlich geeint, angeführt von einem neuen König, in unserer Mitte von Kultisten verraten, Edelleuten benutzt und Priestern gesegnet gegen den Fürsten ziehen und erneut, und sei es auch nur für ein paar Tage, dem Aemberwahn verfallen!

Weitere Bildergalerien

Urlaub. Und wieso strengt das eigentlich so an?

Seit 2 1/2 Jahren hatte ich keinen Urlaub mehr. Der Wechsel vom Studenten mit mehreren Monaten Freizeit hin zur metropolisähnlichen Mensch-Maschine wurde also rasch vollzogen. Natürlich waren Überstunden an der Tagesordnung und irgendwie hatte man das Gefühl, das geht ja schon alles. Wie es scheint bin aber auch ich nur ein Mensch und so spürte ich die letzten 2-3 Monate einen deutlichen Energieverlust. Es war Zeit für Urlaub.

Jetzt ist er da! Seit Montag bin ich offiziell zum ersten mal im Urlaub! Natürlich hat sich der Sommer pünktlich zum 2. August aus Süddeutschland verabschiedet und aus erholsamen Stunden am See wurde die Suche nach Beschäftigung – da rumliegen auf dem Sofa aus verschiedenen Gründen nun gar nicht so erholsam ist, wie das Bräunen des Traumkörpers nahe den rauschenden Wellen.

Die Umbauarbeiten der Wohnung wurden also voran getrieben (Bilder werden folgen), verschiedene Projekte wurden schon Ende letzter Woche angestoßen und die Zeit dazwischen verbrachten wir (Geraldine und moi) mit Kollegen – hauptsächlich Markus, der gerade aus Oslo zu Besuch ist.

Ich bin bei Tag 3 meines Urlaubs angekommen und fühle mich müder als je zuvor. Die letzten Tage des Schaffens und Bastelns, Einkaufens und Wanderns, die erholsamen Urlaubstage haben mich mehr geschafft, als 2 1/2 Jahre durcharbeiten.

Der Urlaub kann mich mal, ich brauch mal Urlaub vom Urlaub…

PINK Konzert in Salem

Gestern Abend waren wir auf dem PINK Konzert in Salem. Es war ein Abend voll lauter Lichter, magenerschütternden Bässen, grellen Tönen und einer energiegeladenen Pink, die während der anderthalb Stunden wie ein Flummi über die Bühne fegte. Wir hatten unseren Spaß, unsere Ohren aber leider ihr Leid.

Pink ist eine außergewöhnlich charismatische, musikalisch begabte Künstlerin, mit einer wirklich tollen Stimmfarbe. Umso ärgerlicher war die Aussteuerung der Anlage in Salem. Alle lauteren Passagen vergingen im Dröhnen und Klirren der Boxen, der sonore Bereich ihres Stimmmikros war völlig übersteuert und so gab es einige Liedpassagen, die man guten Gewissens nur noch als laut bezeichnen konnte. Ein Jammer, denn eigentlich sind eben diese Passagen äußerst kraftvoll und voll wundervoll kombinierter Stimmharmonien zwischen Pink und ihren Bankground-Sängerinnen gestaltet gewesen.

Ab und an gab es einen Lichtblick, wenn den Ton-Ingenieur ein plötzlicher Anfall von geistiger und klanglicher Klarheit überkam und er den Kompressor und die Aussteuerung des Mikros justierte, leider waren diese Momente rar und weit verstreut.

Der eigentliche Ablauf der Show war gut durchorganisiert, aber gemessen an früheren Konzerterlebnissen -namentlich Sting vor ein paar Jahren in der Messehalle von Friedrichshafen – eher unspektakulär. Bis auf den wirklich beeindruckenden Anfang und den Rauchkanonen des Laufstegs, waren die Spezialeffekte und die Leinwandprojektion im Hintergrund sträflich unkreativ genutzt worden. Die Hintergrundleinwand wurde die meiste Zeit für leicht amüsante Stummfilmszenen der Künstlerin genutzt, die passend zum jeweiligen Song eingespielt wurden.

Vielleicht werde ich auch nur alt, aber ich fragte mich, ob ich der einzige auf dem Konzert war, der gerne etwas von der wirklich tollen Musik gehört hätte und dafür gerne auf etwas Lautstärke verzichtet hätte.

Brass forever! – Für immer Bronze/Messing

In einer Anstrengung alle hässlich-silbernen Elemente von meinem neuen, schön-schwarzen Schreibtisch zu verbannen, habe ich begonnen die Methode, die ich bei der Barfota verwendete habe auch auf andere Gegenstände meines täglichen Computergebrauchs auszuweiten. Nach und nach will ich so immer mehr Gegenstände dem neuen Stil anpassen und so meinem Schreibtisch einen bestimmten steampunkigen Look verpassen.

Begonnen habe ich mit meiner Maus und meiner Tastatur. Dazu habe ich die Tastatur auseinander geschraubt, die Tasten herausgetrennt und sie wie die Barfota mit schwarzem Sprühlack vorsichtig grundiert. Hierbei muss man darauf achten, den Lack nicht zu dick aufzutragen, da ansonsten die Lösungsmittel im Sprühlack die Oberfläche des Kunststoffs angreifen können, was zu Blasenbildung führen kann. Danach ganz normal wie zuvor mit BLIDFAG gebürstet, bis die Illusion passend war.

An dieser Stelle wäre vielleicht noch eine schützende Klarlackhülle sinnvoll gewesen, dazu war ich aber zu faul. Sollte sich der Lack von der Maus abreiben, werde ich sie einfach nochmals überziehen und mir dann auch noch einen matten Klarlack dazu kaufen.

Als weiteres Schmankerl hatte ich mich auf die Suche nach einer altmodischen Schweißerbrille gemacht. Wie ich bei Recherche auf den Steampunk-Seiten herausfand, wurden Brillen eines bestimmten Typs sogar bei verschiedenen Hollywood-Steampunk Produktionen, wie beispielsweise Sky Captain and the World of Tomorrow verwendet.

Dieser Brillentyp wird von einer deutschen Arbeitssicherheitsfirma produziert und für einen sehr geringen Obolus veräußert. Also hab ich mir drei verschiedene Exemplare zukommen lassen und bei einer davon versucht ob der Bronze-Effekt funktionieren würde. Hinterher merkte ich, dass die Brillen leider verzinkt sind und der Sprühlack äußerst schlecht auf der aufgedampften Zinkschicht hält und sehr leicht wieder abblättert.

Beim nächsten mal werde ich also die Zinkschicht erst anrauen, damit der Lack greifen kann. Trotz alle dem sieht sie cool aus und würde sich für Steampunk-Shootings meiner Freundin auf jeden Fall nützlich erweisen.