Hey! Wir haben neue Möbel!

Im Zuge des Umbaus war wie angekündigt ein kurzer Ausflug ins schwedische Möbelhaus Ikea unumgänglich, um die dortig erhältlichen Vollholzmöbel zu begutachten und auszuwählen, welche sich als Ergänzung zu unseren Sheesam Möbeln gut machen würden. Zuerst wollten wir nur zwei Regale mitnehmen, haben uns dann aber kurzfristig noch dazu entschieden meinen Glasschreibtisch auszutauschen und auch einen schwarz-braunen Holzschreibtisch mitzunehmen.

Die Entscheidung dazu basierte auf der Idee meiner Freundin den Schreibtisch von der Wand in den Raum zu schieben. Da Ikea die meisten Schreibtische mit verzierter Rückwand entworfen haben, bot es sich an dort einen zu erwerben und keine 500 € für einen weiteren Sheesam Brocken zu investieren, da diese so gut wie alle hinten einfach nur flach sind und nur an der Wand zur Geltung kommen.

Also sind wir nach Ulm getigert und haben unseren Golf mit zwei Regalen und einem Schreibtisch, sowie unzähligen, scheinbar unnötigen Krimskrams vollgestopft. Ich glaube ja Ikea macht inzwischen mehr Geld mit Krams als mit den eigentlichen Möbeln. Die Krams-Etage lädt auch wirklich schrecklich zum verweilen und kramen ein. Außerdem ist diese Daim-Torte einfach verteufelt lecker.

Daim Torte im Ikea-Restaurant

Dann begann eine Marathon-Aufbauaktion.

Zuerst waren die Regale dran. Die waren relativ zügig und problemlos aufgebaut.

Regale im Anfangsstadium

Danach kam das Monster. Der Schreibtisch hielt uns bis um 2 Uhr nachts in Atem und unsere Nachbarn sicher, dank einiger gezielter, lautstark platzierter Hammerschläge, wach.

Der Schreibtisch nach der Nachtaktion

Dank des schraubenderweise exzessiven Einsatzes meines rechten Unterarms, habe ich jetzt eine halbe Sehnenscheidenentzündung (oder wie der Mediziner sagt: Karpaltunnelsyndrom) und starken Rückenmuskelkater – Miau, aber ich bin glücklich und zufrieden endlich mal wieder was Handfestes gemacht zu haben.

You got punk’d

Vor etwa einem Monat saß ich mal wieder vergeistigt an meinem Schreibtisch und starrte die weiße gelbe Wand an. Ein Entschluss musste gefasst werden. Es war Zeit endlich die schon lange geplanten Regale zu kaufen und die Verzierung der Wohnung abzuschließen in Angriff zu nehmen.

Der nächstliegendste Ort einen solchen Plan in die Tat umzusetzen ist das bekannte schwedische Möbelhaus und so hab ich werbeinspiriert gedacht “Hey, wusstest du schon…” und habe mich sofort auf die entsprechende Seite begeben und das Sortiment durchsucht. Ein entsprechendes Möbel war schnell ausgemacht. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass mein Golf nicht die entsprechende Länge zum Transport des Schrankes haben würde und so wollte ich Tante Google befragen, um die Verpackungsgröße herauszufinden – inzwischen ist mir klar, dass selbige auch auf der Produktseite verlinkt ist ;).

Bei dieser Suche bin ich dann auf die Ikea-Hacker gestoßen, eine spannende und inspirierende Seite, auf der allerlei Leute Ikeaprodukte auf kreative Weise kombinieren, zweckentfremden und mit tollen Eigenkreationen ihren Wohnbereich bereichern. Auf eben dieser Seite bin ich an einem Artikel über einen Steampunk-Umbau eines Ikea-Möbel hängengeblieben. Dieses Möbel gefiel mir so gut, dass ich den Blog des Erbauers ebenso begann zu durchstöbern. An diesem Punkt war es um mich geschehen.

Wie durch Zufall hatte unsere Wohnung von Anfang an einen Möbelstil inne, der als sehr gute Basis für ein Steampunk-Home dienen könnte und auch wenn mich meine Freundin sicherlich mit Schimpf und Schande aus der Wohnung treiben würde, wenn ich Dampfkessel und Rohre installieren würde, so gefiel ihr die grundsätzliche Idee von dunklem Holz kombiniert mit Bronzeverzierung von Anfang an sehr gut.

So begann eine lange Entdeckungsreise durchs Netz, bei der ich auf diverse Seiten mit teils kreativ neuen, teils redundanten Infos gestoßen bin und so immer mehr Ideen für den Umbau sammeln konnte. Eine der Ideen war eine große alte Weltkarte über unserem langen Sofa, um der sprichtwörtlich gelben Leere etwas Charakter zu verpassen.

Im Laufe der nächsten Wochen werden wir ein Element nach dem anderen in die Wohnung packen und ich werde den Umbau die Einrichtung der Wohnung hier mit Bild und Wort dokumentieren.

Ein erster Schritt

So viele Projekte und so wenig Zeit für den Rest. Das hektische Leben reduziert die eigenen Äußerungen auf Facebook oder Twitter-Kommentarlänge und man vergißt, sich auch mal um andere Dinge als das schnelllebige I-Like Verhalten zu kümmern. Dabei hat jeder von uns Pläne, Gedanken, die weit über das in Facebook Vermittelbare hinaus gehen. Manchmal genügt es einfach nicht in einem Microblog zu schreiben:

“Bin mal kurz die nächsten 1-2 Monate damit beschäftigt meine Wohnung umzubauen”.

Genau aus diesem Grund gibt es Blogs. Hier kann man etwas ausführlicher, erklärender und dokumentierender Dinge vermitteln. Ganz wichtig aber: Hier kann man Dinge in eine Ausführlichkeit vermitteln, die garantiert, dass sie nur von Menschen beachtet werden, die sich auch wirklich dafür interessieren. Natürlich lacht man über die Geschehenisse, die, auch entfernte Freunde, in Facebook so Tag ein, Tag aus so treiben, aber interessiert ist man an den wenigsten wirklich. Solange es leicht und bekömmlich ist wird zugelangt und genossen. Deshalb sind in Facebook auch länger erklärende “Statusnachrichten” meist nicht ge-I-liked und bleiben auch all zu häufig unkommentiert.

Lange ungeliebte Rede kurzer Sinn: Dieser Blog soll, wie die meisten Blogs, zum mitlesen, miterleben, mitkommentieren motivieren oder aber nur als Erinnerung für die Worte und Gedanken des Betreibers dienen, der ansonsten dazu neigt all das Geschehene zu vergessen.